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Der Prignitzer

13. Dezember 2017 | 16:07 Uhr

Morgen startet der Pferdemarkt

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Nach einem Jahr Zwangspause: Gelände im Havelberger Mühlenholz füllt sich / Händler reisen früh an / Erste Vierbeiner aufgetrieben

von
erstellt am 02.Sep.2014 | 23:16 Uhr

„Wir sind am Sonnabend angekommen. Wir sitzen hier zusammen, treffen Freunde, erzählen, was man so das Jahr über erlebt hat. Nachher hat man gar keine Zeit mehr dafür, dann trifft man nicht mehr alle“, erklärt Dieter Walter, weshalb er trotz Voranmeldung schon frühzeitig nach Havelberg reist. Mit seinem Sohn Marcus kommt der Magdeburger seit rund 20 Jahren zum Pferdemarkt und bietet allerlei Trödel an. „Der Zusammenhalt hier ist klasse, und wir können mal richtig von der Arbeit und vom Alltag abschalten, mal wieder richtig Kerl sein“, nennt Marcus Walter Gründe für sein Pferdemarktfieber.

Um 8 Uhr am Montag vor dem offiziellen Start des Pferdemarktes am morgigen Donnerstag öffnen der Trödel- und der Handelsplatz, der Pferdeplatz eine Stunde früher. „Als ich kurz nach halb sechs ins Mühlenholz gefahren bin, habe ich die Hufe von den Pferden schon gehört“, berichtet „Pferdelady“ Sigrid Wiedenhöft. Die Chefin des Pferdehandelsplatzes ließ mit ihren Kollegen, darunter auch freiwillige Helfer, bereits ab 6 Uhr die Händler auffahren. Zwei Stunden später waren schon 36 Pferde angemeldet. Die Händler holten dann ihre Pferde nach Havelberg. Dass der Pferdemarkt voriges Jahr aufgrund der Flutkatastrophe ausfallen musste, haben alle sehr bedauert. In vielen Telefonaten im Vorfeld berichteten Händler ihr davon. „Wir waren die Ersten, die sich hier heute anmeldeten“, sagt ein Mitglied der großen Pferdehändlerfamilie Nickel. Samstag reisten sie an. Für 20 Pferde wollen sie neue Besitzer finden. Spaß am Handeln und Freunde treffen ist seit 40 Jahren Motivation, aus der Nähe von Weißenfels Anfang September nach Havelberg zu fahren. „Dieses Jahr geben wir um so mehr Gas, hoffen auf gute Geschäfte“, sagen Nickels mit Blick auf die Zwangspause 2013.

„Das ist hier der beste Markt und man hat viel Spaß“, findet der Braunschweiger Frank Rettig, der seit 20 Jahren als Händler zum Pferdemarkt fährt. Der Ausfall 2013 „war eine Katastrophe“. „Ein Jahr ohne Pferdemarkt ist wie ein Jahr ohne Leben“, sagt Gregor Leske aus Radeberg. Dieses Mal ist er mit einer ganzen Karawane aus der Dresdener Region nach Havelberg gefahren und erst am Morgen angekommen. „Sonst war ich auch schon eher hier und habe die Nacht im Wald geschlafen. Morgens von den Vögeln geweckt zu werden, ist herrlich.“ Von Leipzig aus reiste der Belgier Karl-Heinz Berkau Sonntagabend mit Freunden an. Antike Türklinken hat er im Gepäck. Er meldet sich nicht vorher an, entscheidet spontan, ob er nach Havelberg fährt, „um eine Woche zu feiern und zu verkaufen“.

Nicht ganz so weit war der Weg für Harald Brust aus Arneburg. Auch er hat diversen Trödel an Bord, extra für den Pferdemarkt. Er ist kein professioneller Händler. „Hier auf dem Pferdemarkt meinen Stand aufzubauen, hat seit 20 Jahren Tradition. Ich kenne den Markt aber schon als Kind, als ich mit meinen Eltern hier war.“

Die Elbstraße war Montagmorgen auf einer Seite zugeparkt. Lückenspringen war für all diejenigen angesagt, die Richtung Fähre unterwegs waren. Schwierig wurde es, wenn die großen Lkw von der Elbdeichbaustelle entgegen kamen. „Die ersten Händler standen Freitagmittag in der Buswendeschleife“, erzählt Marktmeister Dieter Härtwig. Die Nachtschicht sortierte die wartenden Fahrzeuge vor, damit Montag früh alles reibungslos bei der Anmeldung klappte. Bis kurz nach 9 Uhr hatten 188 Trödler ihren Standplatz, war auch die Autoschlange in der Elbstraße fast abgebaut. Auf dem Handelsplatz läuft die Sache etwas ruhiger an. Dennoch bauten mehr als in den Vorjahren schon am Morgen auf. 30 der rund 75 Schausteller waren bis Montag früh ebenfalls schon da. Mit der Eröffnung des Pferdemarktes morgen um 15 Uhr und dem Fassbieranstich nehmen vier tolle Markttage in Havelberg ihren Lauf.



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