Ibis-Schule : Montessori plant eine Oberstufe

Unterricht auf Augenhöhe: An der Ibis-Schule duzen Schüler ihren Lehrer und Schulleiter Peter Awe.
Unterricht auf Augenhöhe: An der Ibis-Schule duzen Schüler ihren Lehrer und Schulleiter Peter Awe.

Ibis-Grundschule informierte am gestrigen Tag der offenen Tür über künftige 7. bis 10. Klassen

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19. November 2015, 14:22 Uhr

Das Ziel ist benannt, der Weg dorthin wird steinig werden: Die Ibis-Grundschule in Wittenberge möchte zum kommenden Schuljahr eine Oberstufe eröffnen. Es wäre die erste weiter führende Schule in freier Trägerschaft im Landkreis. „Am 31. September haben wir unseren Antrag im Bildungsministerium abgegeben“, sagt Schulleiter Peter Awe.

Ein Antrag, in dem erklärt werden muss, wie diese Schule von der 7. bis zur 10. Klasse aussehen soll. „Das ist nicht einfach, wenn man noch keine Schüler und keine Lehrer hat“, so Awe. Aber dennoch stehe das Konzept, sei er zuversichtlich, dass es die Genehmigung geben wird.

„Wir rechnen mit zehn Kindern pro Jahrgangsstufe, so dass wir am Ende 40 Kinder unterrichten.“ Das pädagogische Konzept wird sich wie schon in der Kita und der Grundschule an Maria Montessori orientieren.

Vorbereitend wurden bereits zu diesem Schuljahr zwei Fachlehrer eingestellt. Sie unterrichten Mathematik/Physik und Französisch/Deutsch. „Für Englisch, Biologie, Chemie, Sport und Geschichte gibt es bereits Lehrer“, sagte Awe.

Er ist überzeugt davon, dass die angestrebte Schülerzahl von zehn Kindern erreicht wird. Die Kita besuchen 75 Kinder. „Damit sind wir voll ausgelastet.“ Darunter sind zehn Vorschüler, von denen vielleicht manche das neue Angebot nutzen werden, so Awe. Am gestrigen Tag der offenen Tür gab es bis zum Mittag zwei konkrete Anfragen von Besuchern.

Im Falle der Genehmigung werde die Montessorischule einen starken Praxisbezug haben. In Klein Lüben will Awe mit den Kindern in vier Jahren einen Bungalow abreißen und neu aufbauen. „Wer ist der Planer, wer übernimmt die Versorgung, wer ist der Bauherr – die Kinder werden erfahren, wo ihre Stärken liegen und die wollen wir dann in der Schule gezielt fördern“, beschreibt der Schulleiter seine Vision.

Er sei vom pädagogischen Konzept Maria Montessoris überzeugt und benennt drei markante Unterschiede zur klassischen Grundschule: Das soziale Lernen sei effektiver, es gibt ständigen Kontakt zu den Schülern.

„Ich selbst habe kein Büro, mein Schreibtisch steht im Klassenraum.“ Im Unterricht werden für die Wissensvermittlung Montessori-Materialien benutzt und das eigenverantwortliche Lernen stehe im Vordergrund. „Wir sprechen über die Ziele und begleiten die Kinder auf dem Weg dorthin.“

Noch eine Besonderheit gibt es. Der Schulleiter wird nicht mit „Herr Awe“ angesprochen, sondern mit Peter. „Wir duzen uns“, sagt er. Was für manche Kollegen an Schulen unvorstellbar sein mag, hat er in Dänemark kennen gelernt. Seit dem Ende der 70er jahre habe dort das Du an den Schulen seinen Siegeszug angetreten. Der Grund ist simpel und logisch: „Lernen erfolgt über eine Beziehung und die kann sich am besten auf einer Ebene entwickeln. Deshalb bin ich trotzdem eine Autorität“, sagt Peter Awe.

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