Wittenberger Schule : „Montessori“-Pläne liegen auf Eis

Im Schülerparlament geht es um pädagogische und soziale Themen.
Im Schülerparlament geht es um pädagogische und soziale Themen.

Die Grundschule will eine Oberstufe einrichten, doch beim Bildungsministerium herrscht Schweigen über das Konzept

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20. Januar 2016, 08:00 Uhr

Ob die IBiS-Grundschule „Maria Montessori“ künftig eine Oberstufe anbieten kann, steht noch in den Sternen. Dabei liegt ein entsprechendes Konzept seit Monaten beim zuständigen Landesbildungsministerium vor (wir berichteten). Allein eine Entscheidung gibt es noch nicht. „Ich weiß nicht, woran es liegt. Wir haben noch keine Einladung zu einem Gespräch über unser Konzept erhalten“, sagte gestern Schulleiter Peter Awe gegenüber dem „Prignitzer“.

Und so sieht die Idee aus: „Wir rechnen mit zehn Kindern pro Jahrgangsstufe, so dass wir am Ende 40 Kinder unterrichten“, erklärt Awe. Sollte das Konzept genehmigt werden, wäre die IBiS-Grundschule die erste weiterführende Schule in freier Trägerschaft im Landkreis.


Mit Interesse zufrieden


Sieben bis acht interessierte Eltern hätten sich bisher gemeldet. „Das ist super. Aber wir fangen auch mit drei Kindern an“, gibt sich Awe kämpferisch. Die würden dann außerhalb des Fachunterrichts, also in Sport, Kunst und Musik, mit Kindern der sechsten Klassenstufe zusammen unterrichtet. Eigentlich, so Awe, müsse bis Februar, spätestens März eine Entscheidung in Potsdam gefallen sein. „Aber ich weiß durch eine Beispiel aus Neuruppin, dass es auch bis Juni dauern kann.“ Entmutigen lässt sich Peter Awe davon aber nicht. „Wenn wir erstmal am Markt sind, ist ein Wechsel zu uns unkompliziert. Eltern können ihr Kind schnell ummelden.“

Damit die Kinder in den Klassenstufen sieben bis zehn unterrichtet werden können, hat die Schule bereits zwei Lehrer eingestellt. Einen für Mathematik/Physik und einen für Französisch/Deutsch. „Für Englisch, Biologie, Chemie, Sport und Geschichte haben wir bereits Lehrer“, so Awe. Wie viele Pädagogen die IBiS-Schule braucht, sei im Konzept für die nächsten vier Jahre festgehalten. Die Klassenstufe sieben könne schon jetzt mit dem vorhandenen Personal abgedeckt werden.

Bauliche Veränderungen wird es auf dem Grundstück am Horning laut Awe auch geben. „Wir wollen das Vorder- mit dem Hinterhaus verbinden. Dadurch kommen die Aula und die Küche nach unten, wodurch wir Platz für zwei Unterrichtsräume gewinnen.“ Allerdings gibt es nach Aussage von Harm Carls, Geschäftsführer der Lebenshilfe Prignitz, die die IBiS-Grundschule betreibt, keine Pläne, auf dem Nachbargrundstück ein neues Domizil für die Oberstufe zu bauen. Dort steht derzeit ein leeres Supermarktgebäude.

Um den Kindern ein möglichst ausgewogenes Konzept anbieten zu können, ist die IBiS-Grundschule mit sechs anderen Einrichtungen aus ganz Europa Mitglied in der Initiative „Happiness in lifelong learning“. „Die Initiative geht über zwei Jahre und jede Schule bekommt im Jahr etwa 24 000 Euro, um Projekte zum Thema ,Glücklichsein mit lebenslangem Lernen’ umzusetzen“, erklärt Awe. So gibt es ein Schüler- und ein Lehrerparlament, in denen verschiedene Fragestellungen von Mobbing bis zum glücklichen Lernen diskutiert werden.

Die sieben Schulen, unter anderem aus Griechenland, Dänemark, Portugal oder England, besuchen sich gegenseitig. „Wir fahren kommenden Sonntag mit vier Kindern und zwei Lehrern nach Manchester“, blickt Peter Awe voraus. Zwar hätten alle Schulen ein ähnliches Lehrkonzept, „aber es gibt auch Unterschiede. Bei uns haben die Kinder innerhalb eines Rahmens gewisse Freiheiten, ihre eigenen Interessen zu verfolgen“, so Awe.

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