Perleberg : Modernisierung gerät ins Stocken

Zentrale Projekte für schlanke Kreisverwaltung wurden noch nicht umgesetzt.

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21. November 2018, 14:11 Uhr

Die Debatte im Finanzausschuss des Kreistages entzündete sich am Montag an einer Kritik des Leiters des Rechnungsprüfungsamtes, Kay-Uwe Schmidt. Er wünsche sich von der Verwaltung und den Eigenbetrieben eher eingereichte Unterlagen für den Jahresabschluss, um intensiver zu prüfen. Als Abgeordnete im Jahresabschluss zudem Vermerke über „Dienstanweisungen im Entwurf“ zu Projekten der Modernisierung der Verwaltung fanden, hakten sie nach. Auf die Frage, ob es im Jahresabschluss Fortschritte auf dem Weg zur schlankeren und transparenteren Verwaltung gebe sagte Schmidt, er sehe überwiegend Wiederholungen. Der Kreis müsse den Schritt durch die nächste Tür wagen. Ob andere Landkreise weiter seien, könne er nicht sagen.

Der Abgeordnete Bernd Dannemann plädierte dennoch dafür, stärker mit anderen Landkreisen zusammenzuwirken und den Erfahrungsaustausch zu suchen. Torsten Diehn verwies darauf, dass schon seit Jahren über ein zentrales Vertragsregister gesprochen werde, ohne dass dieses vorliege.

Der 1. Beigeordnete Christian Müller erwiderte, daraus, dass Dienstanweisungen erst im Entwurf vorlägen, sei nicht zu schließen, dass es keine Fortschritte gebe. Er räumte ein, dass es für eine schlanke und transparente Verwaltung mehrere Anläufe gab. Ein Problem sei die Computersoftware. Es gebe so viele Spezialanwendungen, dass es schwer falle, alle in einem Programm unterzubringen. Die Verwaltung habe verschiedene Software geprüft und mit deren Herstellern gesprochen. Es habe sich gezeigt, dass jedes Programm Stärken und Schwächen zeige, keines alle Anforderungen erfülle. In den nächsten Wochen gebe es weitere Gespräche, darunter mit dem Hersteller der bisher genutzten HKR-Software für Haushaltsführung und -überwachung, ob diese so weiterentwickelt werde könne, dass sie den Anforderungen des Landkreises entspreche.

Aber dies ist nicht die einzige Baustelle. Noch immer werden Unterkonten angelegt, obwohl dies eigentlich vor allem für einen weichen Übergang zur doppischen Haushaltsführung vor einen Jahrzehnt gedacht war. Das fördere nicht Transparenz und Verschlankung, so einige Abgeordnete. Müller sagte zu, bei der verstärkten Weiterbildung der Mitarbeiter diese Problematik einzubeziehen.

Ein Problem, weshalb sich die Weiterentwicklung der Verwaltung verzögert, sieht der Beigeordnete in der weiter verringerten Stellenzahl. Damit fehlten an einigen Stellen Ressourcen, um Neues einzuführen. Müller plädierte dafür, den Stellenabbau zu begrenzen. Derzeit verfügt die Kreisverwaltung über 472 Stellen, 461 sind besetzt.

Bezüglich der Kritik des Rechnungsprüfungsamts an der späten Bereitstellung von Unterlagen, die auch schon in Vorjahr laut geworden war, versprach Müller, auf alle Bereiche der Verwaltung einzuwirken, damit Prüfunterlagen für die Jahresabrechnung schneller eingereicht würden.

Ein Detail der Beratung verdeutlichte zusätzlich den Modernisierungsbedarf. Einige Abgeordnete hatten Tabletts vor sich, die Verwaltungsmitarbeiter nicht. Als Bernd Dannemann anhand von Beschlussvorlagen zwei Zahlen hinterfragte, musste die Verwaltung passen. Sie, konnte sie nicht aus dem digital vorliegenden Zahlenwerk abrufen und musste die Antwort auf später verschieben.

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