Wittenberge : Moderne Ölsperre im Test

Männer der Firma Lamor zeigen auf der Elbe, wie die Ölsperre funktioniert.
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Männer der Firma Lamor zeigen auf der Elbe, wie die Ölsperre funktioniert.

Experten verfolgen den ersten Einsatz eines Prototypen auf der Elbe. Klarer Vorteil: Wenige Männer zur Bedienung genügen

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09. Mai 2017, 20:55 Uhr

Ein Prototyp zum Auffangen von Öl auf Flüssen wurde heute auf der Elbe getestet. Mitarbeiter der finnischen Firma Lamor führten die moderne Technik vor. Ihre Besucher kamen aus ganz Deutschland. Sie waren Teilnehmer einer zweitägigen Tagung der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall in Wittenberge.

Die Experten von Feuerwehr und Katastrophenschutz zeigten sich beeindruckt nach der Vorführung der Ölsperre an der Wahrenberger Fähre. „Das ist moderne Technik und eine Weiterentwicklung unserer Einsatzgeräte“, sagte Erich Schlotthauer, Sachbereichsleiter Katastrophenschutz.

Seit 1994 befasst sich der Kreis mit dem Thema Ölabwehr, hatte bis 1998 Technik dafür erworben. Über eine bis zu 400 Meter lange Ölsperre verfügt der Kreis. Hinzu kommen 1000 Meter Schürzen aus DDR-Beständen, die maximal in Ufernähe eingesetzt werden können. Stationiert ist die Technik in Wittenberge und beim THW in Cumlosen. „Sie ist einsatzbereit, aber muss mittelfristig erneuert werden“, sagte Schlotthauer.

Die vorgestellte Technik ist für den Einsatz auf hoher See konzipiert. Auftraggeber war die norwegische Regierung, informierte Wolfgang Lehmann, dessen Firma Tedimex die Herstellerfirma in Deutschland vertritt. Die Konstruktion erzeugt hydrologische Effekte, die die Aufnahme des Öls deutlich erleichtern. „Zur Bedienung sind sechs Personen ausreichend“, nannte Lehmann die Vorteile und gab die Zugkraft der Vorrichtung mit fünf Tonnen an – mehr als ein Pkw ziehen kann.

Das klinge gut, gab Volker Lehmann zu. Vor allem der geringe Personaleinsatz sei ein Argument, so der stellvertretende Kreisbrandmeister. Über einen Erwerb könne erst nach einer echten Übung entschieden werden. „Ein Kauf macht nur Sinn, wenn Nachbarkreise ebenfalls diese Technik erwerben, damit wir uns unterstützen können“, ergänzte Schlotthauer.

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