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Kreisreform : Modern, saniert und fit für die Zukunft

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Kreisverwaltung und Kreisstadt wollen heute beim Innenminister punkten. Fakten sprechen für Perleberg

von
erstellt am 30.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Heute besucht Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) den Landkreis. Vor dem Hintergrund der Kreisreform will er sich ein Bild von der Situation des Landkreises und seiner Kreisstadt machen. Dabei geht es auch um die Frage: Neuruppin oder Perleberg – Wer wird nach der Kreisgebietsreform Kreisstadt?

Ende des Jahres entscheidet der Landtag. Die Landesregierung gibt bisher keine Kriterien vor, aber die Kandidaten bringen sich in Position. Stadt Perleberg und Landkreis Prignitz sind aktiv. Sie haben diverse Argumente zusammengefasst, die aus ihrer Sicht für Perleberg sprechen. Zwei zentrale Themen dabei sind die Infrastruktur und die Immobilien des Landkreises.

Landrat Torsten Uhe redet nicht lange drumherum und kommt gleich aufs Geld zu sprechen: „Wir sind für 20 Jahre und länger gut aufgestellt, alle Gebäude sind saniert. Wir brauchen kein Geld in die Hand zu nehmen.“ Anders sei das beim Nachbarn Neuruppin: „Dort sind Investitionen in Höhe von 6,5 Millionen Euro allein für die jetzt Beschäftigten geplant“, sagt Uhe.

Er belässt es bei diesem einen direkten Vergleich mit dem Nachbarn und Mitbewerber um den künftigen Kreissitz, sollte die Reform tatsächlich kommen. Er wolle nicht jedes Detail vergleichen, sondern stattdessen Fakten sprechen lassen.

Fakten wie diese. Die Verwaltung habe ihre Gebäude an wenigen Hauptstandorten konzentriert. Neben dem Campusgelände in der Berliner Straße betreffe das vor allem das frühere Krankenhaus in der gegenüber liegenden Bergstraße. Damit hätten Mitarbeiter und Besucher kurze Wege zu den am häufigsten frequentierten Sachgebieten.

Nachdem das Staatliche Schulamt auf Beschluss der Landesregierung von Perleberg nach Neuruppin verlegt worden ist, stehen die Büroräume zur freien Verfügung. „140 Mitarbeiter könnten wir sofort aufnehmen“, sagt Holger Konrad, Werkleiter Immobilienverwaltungs- und Servicebetrieb. Dass sich die Zahl der Mitarbeiter nach einer Fusion ändern wird, ist klar. Unklar hingegen ist, wie viele Mitarbeiter dazu kommen würden.

Eigentlich wollte die Landesregierung vor der Kreisfusion Aufgaben neu verteilen. Doch von den einst rund 22 angedachten Aufgaben, die das Land abgeben wollte, spreche schon lange niemand mehr, meint Torsten Uhe. Drei Aufgaben seien jetzt noch im Gespräch, die auf den neuen Landkreis zukommen könnten. „Ein Reförmchen“, sagt er. Die Mehrheit von ihnen sei in der Forstverwaltung beschäftigt, würden damit eher nicht in der Kernverwaltung arbeiten. Von daher sei eine Kreisneugliederung unbegründet.

Aber der Landtag wird wohl mit knapper Mehrheit für die Reform stimmen, so Uhe. „Deshalb bereiten wir uns darauf vor, es geht um die Kreisstadt“, sagt er. Deshalb freue es ihn, dass Innenminister Schröter seine Einladung annahm. „Damit haben wir die Chance, dass er sich persönlich einen Eindruck von einer modernen Kreisverwaltung machen kann“, sagt der Landrat.

Technische Ausstattung, fußläufige Parkplätze, die hohen energetischen Standards dank der abgeschlossenen Sanierungen – all das sollte sich der Landtag vor einer Entscheidung genau anschauen, meint Torsten Uhe. Bei der Entscheidung müssten finanzielle Aspekte berücksichtigt werden. Der Landtag stehe in der Pflicht, den sparsamen Einsatz von öffentlichen Mitteln zu berücksichtigen. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, sind zukunftsfähig aufgestellt“, sagt Torsten Uhe.
 

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