Modemuseum muss erhalten bleiben

<strong>Modenschauen, Konzerte, Ausstellungen</strong> - das Programm des Meyenburger Modemuseums ist vielseitig und lockt jährliche Tausende Besucher weit über die Prignitz hinaus an. <foto>Archiv</foto>
Modenschauen, Konzerte, Ausstellungen - das Programm des Meyenburger Modemuseums ist vielseitig und lockt jährliche Tausende Besucher weit über die Prignitz hinaus an. Archiv

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12. März 2013, 05:53 Uhr

Meyenburg | Spätestens Ende 2014 will sich Josefine Edle von Krepl aus dem Modemuseum in Meyenburg zurückziehen. "Bis Juni bin ich hier, das restliche halbe Jahr begleite ich dann meine Nachfolgerin", hatte sie dem "Prignitzer" bereits im Januar mitgeteilt. Der Grund: Die rührige Berlinerin, die sich mit ihrer einmaligen Sammlung an Kleidern und modischen Accessoires in der Prignitz niederließ und im Meyenburger Schloss ein wohl deutschlandweit einmaliges Modemuseum einrichtete, wird im kommenden Jahr 70.

Was aber wird dann aus dem Museum, wer wird künftig die Trägerschaft übernehmen. Aus Sicht Josefine von Krepls könne das nur die Stadt Meyenburg tun, der ja auch das Schloss gehört. "Wir haben ohnehin eine Bindungsfrist bis 2018, bis dahin ist vertraglich geregelt, dass der Stadt die Ausstellung zur Verfügung gestellt wird", macht Meyenburgs Bürgermeister Falko Krassowski deutlich. Der Knackpunkt dürften aber die Finanzen sein, denn die jetzige Besitzerin der Sammlung, die das Museum im Schloss privat betreibt, möchte diese verkaufen.

"Wir waren mit Frau von Krepl zum gemeinsamen Termin bei der Kulturstiftung der Länder in Berlin. Die will zwei Gutachter nach Meyenburg schicken. Wenn deren Einschätzungen vorliegen, kann weiter geklärt werden, wer Eigentümer der Sammlung wird, wer das Modemuseum übernimmt", verweist Katrin Lange, Amtsdirektorin von Meyenburg, auf die nächsten Schritte. Die Stiftung hatte laut Josefine Edle von Krepls Aussage bereits signalisiert, rund ein Drittel der Kosten für die Museumsausstellung zu übernehmen.

Die Amtsdirektorin betont, dass allen Verantwortlichen die große Bedeutung des Museums für die Region bewusst sei. "Der Landkreis und die Stadt haben ein großes Interesse, das Museum zu erhalten. Und klar ist auch: Schloss und Modemuseum gehören zusammen. Die Stadt zahlt ja ohnehin schon seit Jahren die Bewirtschaftungskosten für das Schloss. Allein für Wasser, Heizung und Energie macht das rund 34 000 Euro jährlich aus", rechnet die Amtsdirektorin vor.

Noch vor der diesjährigen Sommerpause soll es ein weiteres Treffen mit der Kulturstiftung der Länder geben. Auf jeden Fall, so unterstreicht Katrin Lange, soll das Modemuseum sowohl wirtschaftlich als auch künstlerisch gesichert werden. Josefine Edle von Krepl, die exzellente Kontakte zu Künstlern unterschiedlichster Genres in ganz Deutschland hat, will sich ja auch nicht gänzlich zurückziehen. "Ich bin Vorsitzende des Fördervereins des Modemuseums. Und wenn die Mitglieder nichts dagegen haben, möchte ich in dieser Funktion gern weiter Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen im Schloss organisieren." Dieses Angebot nähme man sehr gerne an, betont die Amtsdirektorin.

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