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Kulturhaus Wittenberge : Mobiliar kommt in die Versenkung

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Wie funktioniert eigentlich der Umbau des Saals vom Theater mit Stufenreihen zum Ballsaal mit ebener Fläche? Der Bühnenmeister gibt Auskunft

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erstellt am 03.Feb.2015 | 08:00 Uhr

Gestern früh begann im Kulturhaussaal das große Räumen. „Alles muss ’raus“, sagt Bühnenmeister Dieter Stasch. Er, sein Kollege Dietmar Drawe als Beleuchtungsmeister und Helfer, müssen die 661 Stühle, die den große Saal in einen Theatersaal verwandeln, komplett räumen. Der Grund: Eine Wartungsfirma hat sich angesagt. Bevor der Mitarbeiter die Technik im bzw. unter dem Saal überprüfen können, müssen die schweren Stühle ’raus.

Wo lässt man eigentlich so viele Sitzgelegenheiten? Und wo stehen die Tische, an denen die Gäste beispielsweise kürzlich beim Neujahrsempfang des Regionalen Wachstumskerns gesessen haben?

Seit dem Umbau des 1958 errichteten Kulturhauses vor zwölf Jahren ist das Gebäude multifunktional nutzbar, kann Theater- und Konzertsaal sein, Konferenzraum und Ballsaal mit großer ebener Tanzfläche. Die Herren über die Verwandlung sind Stasch, Drawe und Mitarbeiter, so genannte Pauschalkräfte, die extra für die Umbauten vom Kultur- und Tourismusbetrieb engagiert werden. „Wir brauchen für den Umbau des Saals mit sechs Leuten etwa vier Stunden. Und das ist richtig schwere Arbeit“, sagt der Bühnenmeister.

Sicher, die jeweils zwölf Zentimeter hohen Podeststufen in zwei Dritteln des insgesamt knapp 500 Quadratmeter großen Saals lassen sich per Motoren elektromechanisch zu einer Ebene absenken. Um aber die ebenfalls abgestuften Podeste im anderen Drittel des Saals in eine Ebene zu verwandeln, damit Tische und Stühle dort stehen können, „müssen wir die Höhenunterschiede mit großen Platten ausgleichen, die wir dann für die Theatervariante wieder ’raus nehmen“, erklärt Stasch. Das alles geschieht per Hand. Eine Platte wiege an die 60 Kilogramm. „Da haben wir schon ganz schön schwer zu tragen.“ Denn mit Technik lasse sich in diesem Fall relativ wenig bewerkstelligen.

Und nun lüftet Stasch auch das Geheimnis, wo Tische, die vielen Stühle, die Abdeckplatten und die Geländerelemente, die bei der Ballsaalvariante benötigt werden, unsichtbar verstaut werden: „Sie kommen unter die Bühne.“ Natürlich nicht irgendwie, sondern genau geordnet. „Jedes Teil hat exakt seinen Platz, an den es gehört. Genau dort wird es auch hingestellt.“

Und wie kommt das Mobiliar unter die Bühne, also quasi in den Keller bzw. wieder ’rauf? Stasch schmunzelt. „Mit dem Teil der Bühne, der den Orchestergraben bildet. Er ist versenkbar, kann wie ein Fahrstuhl hoch und ’runter fahren.“ Wie ein sehr langsamer allerdings. Mit 0,05 Meter pro Sekunden werden die 2,80 Meter Höhenunterschied überwunden. Hinter dem Orchestergraben, der sich auch noch drei Meter unter dem Bühnenraum erstreckt, ist dann noch einmal ein kleiner Aufzug. Mit dem werden Tische, Stühle und die große Parkettplatten dann endgültig in den Keller unter den Bühne verfrachtet. „Ohne ausgefeilte Logistik, Kraft und Zeit sind die Umbauten nicht zu machen“, sagt Stasch. Allein das Heben und Transportieren der schweren Stühle – immer acht Stück werden auf einer Spezialkarre gestapelt – verlangt den Männern viel ab. Der Bühnenmeister erinnert sich noch gut an den Dezember 2013, „als wir insgesamt 17 Mal umgebaut haben“.

Für die Tischen und die Stühle, mit denen das Foyer für Veranstaltungen wie Jazz im Keller oder den Völkerball bestückt wird, gibt es unter der Bühnen keinen Platz. Sie werden im Keller unter dem Foyer verstaut.  

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