Mitten aus dem Leben gerissen

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24. Oktober 2011, 07:29 Uhr

Wittenberge | Hans-Peter Michlitz ist tot. Ein Verkehrsunfall riss den 61-jährigen Wittenberger am 11. Oktober aus dem Leben: Einen Mann, der als Leiter des Wittenberger Bahnwerkes das Unternehmen maßgeblich zwischen 2000 und 2007 prägte, mit Weitsicht die unternehmerischen Weichen für dessen Zukunft und für die Perspektive der heute über 1000 Mitarbeiter stellte. Bis zu seinem Tod arbeitete er direkt für die Konzernzentrale der Bahn AG, war bundesweit tätig.

Michlitz war ein glühender Verfechter Wittenberges. Ein Fürsprecher und ein Botschafter der Stadt auf verschiedenen politischen Bühnen. Er war ein Mann, dem bundesweit Gehör geschenkt wurde. Zur bewegenden Trauerfeier kamen gestern rund 500 Gäste in die evangelische Stadtkirche von Wittenberge, darunter Repräsentanten aus Wirtschaft und Politik der Region.

Der "Prignitzer" sprach mit Kollegen und Wegbegleitern von Hans-Peter Michlitz.

Dr. Oliver Hermann, Bürgermeister Wittenberge und Wolfgang Strutz, Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung:

Hans-Peter Michlitz war einer, dessen Herz für seine Heimatstadt Wittenberge schlug. Auch als ihn sein dienstlicher Auftrag aus seiner langjährigen Wirkungsstätte, dem DB Instandhaltungswerk Wittenberge, wegführte, begleitete er weiterhin die Geschicke unserer Stadt mit Engagement und Wohlwollen. Wir schätzten ihn als klugen Ratgeber, als diplomatischen Vermittler und als sympathischen Menschen.

Dietmar Schmidt, Werkleiter DB Fahrzeuginstandhaltung GmbH - Werk Wittenberge:

Ich kann den Tag und das Datum an welchem ich Hans-Peter Michlitz kennen lernte, nicht mehr bestimmen. Ich weiß nur, ich kannte ihn seit mehr als 15 Jahren. Ich habe Herrn Michlitz in all den Jahren als glühenden Kämpfer für die Instandhaltung von Schienenfahrzeugen und als Vollblut-Werkstatteisenbahner kennen und schätzen gelernt.

Als einer der Vordenker, Mitbegründer und aktiven Gestalter unserer heutigen Firma, der DB Fahrzeuginstandhaltung GmbH, hat er sich mit der Firma und um die Firma einen großen Namen gemacht, die Achtung und die Wertschätzung unserer Kunden, der Belegschaften der von ihm geführten Werke und seiner Kollegen erarbeitet.

Er war ein stets streitbarer, konsequenter und von konstruktiven Gedanken getragener Mensch und Kollege. In seinem Wesen und in seiner Art war er stets offen, ehrlich und dem Leben gegenüber aufgeschlossen.

Bis in die Tiefe seines Herzens war er Prignitzer und Wittenberger. Er hat mit dieser innersten Überzeugung für diese Region gekämpft. Es war mir eine Ehre, ihn gekannt und mit ihm gemeinsam gearbeitet zu haben.

Lutz Lange, Vorsitzender der Wirtschaftsinitiative Westprignitz (WIW):

Hans-Peter Michlitz und Wittenberge sind immer eins gewesen. Für ihn stand seine Heimatstadt immer an erster Stelle. Und mit der Entwicklung der Region in den zurückliegenden Jahren erkannte er ihr wachsendes Potenzial und ihre Stärke in der Gemeinsamkeit. Hans-Peter Michlitz wurde zu einer Stimme unserer Region.

Sein Wissen, seine Kontakte haben das Bahnwerk als wichtigsten Arbeitgeber in der Stadt während und auch nach seiner Zeit als Werkleiter stabilisiert. Er war ein Wirtschaftsförderer, ein wichtiger, beratender Partner der WIW und ihrer rund 130 Mitglieder, zu denen er teils persönliche Kontakte pflegte. Wir verlieren mit ihm einen Menschen, der die Anliegen unserer Region mit Herz vertrat, der - wenn nötig - klare Worte fand und sich nicht scheute, auch eine bittere Wahrheit auszusprechen.

Klaus Petry, Bürgermeister von Wittenberge 1993 bis 2008:

Die Nachricht vom tragischen Unfall von Peter Michlitz hat mich und meine Frau tief berührt und traurig gemacht. Unser Mitgefühl gilt zuallererst seiner Frau, seinen Kindern und allen Angehörigen.

In meiner Amtszeit als Bürgermeister hatten wir viele gemeinsame Veranstaltungen, Gespräche und Begegnungen. Bei all diesen Gelegenheiten habe ich Peter als geradlinigen, konstruktiven aber auch kritischen Partner schätzen gelernt, dessen Rat man vertrauen konnte und dessen Wort galt.

Egal, welche Aufgaben ihm, wo auch immer, übertragen wurden, stets war er "seinem Werk, dem RAW, und damit auch der Stadt auf das Engste verbunden. Dafür bin ich ihm dankbar, und so werde ich ihn in Erinnerung behalten.

hatte er gestern persönlich auf der Trauerfeier das Wort ergriffen. Eingeprägt habe sich für ihn das Arbeits- und Lebensmotto von Hans-Peter Michlitz: "Geht nicht - gibt’s nicht!" Innerhalb der Bahn habe Michlitz enorme Anerkennung genossen. Er habe die Kunst beherrscht, stets die richtigen Leute hinter sich zu bringen und in der Arbeit alle mitzunehmen. Ein Bahn-Mitarbeiter aus Dessau habe Hans-Peter Michlitz unlängst so beschrieben: "Er war ein Mensch und ein Leiter, der die Tür öffnete, nur gelegentlich verschloss, aber nie zumauerte."

Johannes Keil, der mehr als zehn Jahre mit dem Wittenberger zusammenarbeitete, ergänzte: "Ein Stück ist er auch mein Freund geworden."

In ihrer Andacht fand Pfarrerin Brigitte Worch gestern tröstende Worte.

Musikalisch umrahmten Christian Reishaus aus Bad Wilsnack und Sängerin Andrea Köhler aus Karstädt die Trauerfeier in der Stadtkirche von Wittenberge.

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