Miteinander die Region entwickeln

Sanierung der Ortsdurchfahrt Groß Gottschow könnte Beispiel für gemeinsame Schritte für ein besseres Straßennetz werden

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17. Januar 2019, 09:00 Uhr

Bevor Brandenburgs Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD) am Mittwoch zum Neujahrsempfang des Wachstumskerns Prignitz ging, besuchte sie Groß Gottschow. Für das Dorf war ein Treffen im Jahr 2017 von großer Bedeutung: „Da haben wir den Knoten durchschlagen“, sagte sie und den Weg für die Sanierung der L 101 frei gemacht.

Die Ortsdurchfahrt war für die Groß Gottschower und die Kraftfahrer ein Ärgernis. Lange wurde mit dem Land gerungen und gestritten. Dann kam Bewegung in das Straßenbauprojekt. „Mit Beharrlichkeit, der notwendigen Sachlichkeit saßen am Ende alle in einem Boot“, sagte Bürgermeisterin Anja Kramer. „Durch diese tolle Gemeinschaftsarbeit haben wir ein richtig gutes Stück Straße bekommen.“

Wie diese Erfahrungen auf andere Projekte übertragen werden können und wie das Land die Region voranbringen will, darüber sprach Redakteur Ronald Ufer mit Ministerin Kathrin Schneider.

Das Land will sich vom größten Teil der Landesstraßen des grünen Netzes trennen. Für die Prignitz geht es um 184 Kilometer Landesstraßen, die zu Kreisstraßen herabgestuft werden sollen. Die Prignitz hat aber mit 320 Kilometer Kreisstraßen schon überdurchschnittlich viele solcher Straßen.

Kathrin Schneider: Die Straßen des grünen Netzes, etwa die Hälfte der rund 5800 Kilometer Landesstraßen, erbringen nur vier Prozent der Verkehrsleistung. Der Landesrechnungshof hat im Sinne der Effizienz dafür plädiert, sich von solchen Straßen zu trennen.

Das Problem dabei ist, bei der Abstufung zu Kreisstraßen wurde bisher um jede einzelne Straße lange gestritten, zum Teil auch vor Gericht. Das kostet viel Zeit und Ressourcen. Wir streben einvernehmliche und rasche Lösungen an, einen Weg könnten pauschalierte Paketlösungen bilden. Sie bündeln Straßen, Ablösesummen und Verpflichtungen über Investitionen des Landes in einem bestimmten Zeitraum sowie den Anteil von Landkreis und Kommunen. So ähnlich haben wir es in Groß Gottschow gehalten. Solche Paketlösungen werden im Havelland erprobt.

Wir werden aber nicht alle vom Landesrechnungshof angesprochenen Straßen herabstufen. Für die im Trägerschaft des Landes verbleibenden stellen wir Ende Februar ein Konzept zu deren Sanierung vor, dessen Reihenfolge nicht nur auf der Verkehrsleistung beruht. Auch im dünner besiedelten ländlichen Gebieten brauchen die Bürger gute Straßen.

Sie plädieren für eine Einheit von Regionalplanung, Stadtentwicklung und Mobilität. Wie zeigt sich das in der Prignitz ?

Wir haben in den vergangenen Jahren in Wittenberge bei der Stadtentwicklung die Herausbildung der neuen Entwicklungsachse zum Bahnhof gefördert. Dabei wurde in der Bürgermeister-Jahn-Straße und im Gründerzeitviertel viel saniert und gebaut.

Und deshalb haben wir auch das Projekt der Stadt unterstützt, das Bahnhofsgebäude zu erwerben. Es ist eine tolle Idee, dort Bibliothek, Wirtschaftsförderung und andere öffentliche Einrichtungen unterzubringen. Das Bahnhofsgebäude wird dadurch zum Eingangstor der Stadt. Wir werden dieses Projekt, das Wohnen, Leben und Mobilität vereint, weiter unterstützen und sind dafür im Gespräch mit der Stadt.

In Perleberg ist die Verbindung von Stadt- und Standortentwicklung sowie Mobilität an der Förderung öffentlicher Plätze und der Modernisierung des Bahnhofs ablesbar. Wir werden während der Landesgartenschau die Verdichtung der Frequenz des Prignitz-Expresses auch am Wochenende auf den Stundentakt als Testlauf nutzen, ob diese Verbindung künftig ständig in diesem Takt gefahren werden kann.

Braucht die Prignitz weiter Wohnungsbau ?

Unbedingt. Bezahlbarer Wohnraum ist nicht nur aus sozialen Gründen unabdingbar, sondern auch ein wichtiger Faktor für die Fachkräftesicherung. Wer Fachkräfte in der Kommune halten oder sie anlocken will, muss für sie ein vielfältiges Wohnungsangebot vorhalten.

Darum geht's im MEDIENPROJEKT von SVZ und NNN

Etwa 65.000 Schüler und Lehrer allein in unserem Verbreitungsgebiet erhalten in einem gemeinsamen Projekt der Zeitungsverlage und des MV-Bildungsministeriums bis zum Jahresende kostenlosen Zugang zu den Newsportalen. Fragen Sie an den Einrichtungen ihrer Kinder nach den Bedingungen und Login-Daten, die Sie auch in der Familie nutzen können.
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