zur Navigation springen

Blitzermarathon 2014 : „Mit weniger Gas ein Krampf im Fuß“

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Um Ausreden waren Sünder beim zweiten bundesweiten Blitzermarathon am Donnerstag nicht verlegen.

svz.de von
erstellt am 18.Sep.2014 | 22:00 Uhr

„Ohne Kontrolle ist der Mensch leider dazu verleitet, Regeln zu brechen“, sagt Oberkommissar Ottfried Hahn und blickt durch seine Laserpistole. Ein rosa-metallicfarbener Hyundai erscheint dem Experten auf der B 195 in Ferbitz etwas zu schnell.

Dank seiner jahrelangen Erfahrung hatte der Polizist auch Donnerstagfrüh beim bundesweiten zweiten Blitzermarathon den richtigen Riecher: „71 haben wir“, ruft er seinem Kollegen Dieter Bolzmann hinüber.

Mit Warnweste und -kelle zieht er sofort die Fahrerin aus dem Verkehr. Auf sie warten nun 18 km/h, die sie innerorts zu viel auf dem Tacho hatte und die mit 35 Euro Verwarngeld entlohnt werden möchten. „Ich habe zwar von dem 24-Stunden-Blitzereinsatz gehört, aber einfach nicht mehr dran gedacht“, zeigt sich Fahrerin Bettina Münz aber einsichtig.

Ganz anders hingegen ein Hamburger, den die Beamten nur wenige Minuten später mit zehn km/h mehr aus dem Verkehr ziehen müssen. Zwar fahre er immer vorsichtig, beteuert er, aber wäre er vom Gas gegangen, hätte er wohl einen Krampf im Fuß bekommen.

„Keine Ausrede ändert aber letztlich die Tatsache, schneller als erlaubt gefahren zu sein“, belächelt Hahn die Bemühungen des Herren im weißen Caddy.

In der Gemeinde Ferbitz fühlen sich die Anwohner häufig durch Raser belästigt. „Die gerade Strecke ortseinwärts lädt ja förmlich dazu ein“, sagt Familie Krull. „Am schlimmsten sind aber die Motorradfahrer“, beklagt Familie Hartmann, neben deren Grundstück sich die Beamten zur Messung der Geschwindigkeit platzierten. „Von hier haben wir einen Überblick auf die 80er Zone der B 195, die sich in eine 70er- Allee verwandelt und auf die 50 km/h im Ort führt.“ Nach einer Stunde Messung und noch einer weiteren Dame mit leichtem Bleifuß, bauten sich die Polizisten zwischen Lennewitz und Quitzöbel an der L 11 auf. Auch in Perleberg, Karlshof und Meyenburg wurde am Donnerstag bis in die frühen Morgenstunden des Freitags gelasert.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen