Ferienprojekt Karstädt : Mit viel Eifer wird’s kunterbunt

Mit dem Verzieren der Betonblöcke mit kleinen Fliesenstücken haben die Jugendliche in dieser Woche begonnen.
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Mit dem Verzieren der Betonblöcke mit kleinen Fliesenstücken haben die Jugendliche in dieser Woche begonnen.

Ehemalige Karstädter Grundschüler gestalten in den Ferien Sitzblöcke für den Bus-Warteplatz auf dem Schulgelände

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30. Juli 2015, 08:00 Uhr

Ferienzeit – dennoch herrscht auf dem Hof der Karstädter Grundschule reges Treiben, läuft ein Rekorder, aus dem in angemessener Lautstärke Musik ertönt. Dazu werkeln Jugendliche an zehn kleineren Betonblöcken. In mühevoller Kleinarbeit verzieren sie die grauen Klötze mit kleinen bunten Fliesenstücken. Es ist ein gemeinsames Projekt von zehn ehemaligen Karstädter Grundschülern, die heute weiterführende Schulen besuchen, in Zusammenarbeit mit Cornelia Golisch-Koch, Sozialarbeiterin beim Verein Jugendhilfe Nordwestbrandenburg (JNWB).

Und die bunt verzierten Betonblöcke sollen ab dem neuen Schuljahr den Grundschülern als Wartesitzplätze dienen. „Wenn die Kinder hier auf den Bus warten, haben sie noch nicht einmal eine Möglichkeit, sich hinzusetzen“, sagt Anna-Lisa Sommer. Die 17-Jährige, die einst selbst diese Schule besuchte und heute ans Gottfried-Arnold-Gymnasium in Perleberg geht, hatte die Idee mit der Mosaik-Gestaltung. Im Januar überlegte die illustre Gruppe, wie sie denn den Schulhof in Karstädt bunter und attraktiver gestalten könnte. Anna-Lisa war einst in Barcelona und hatte dort die Werke des spanischen Architekten Antonio Gaudi bestaunt und erzählte ihren Mitstreitern davon. Zuerst fassten die Jugendlichen eine komplette Bank ins Auge, letztendlich werden es zehn einzelne kleinere Sitzblöcke.

„Jeder von uns gestaltet einen selbst, so wie er möchte. Ich habe einfach angefangen, die Ideen kommen dann beim Arbeiten“, erklärt die Gymnasiastin. Ihre Mitstreiter halten es genauso. Aber jeder fing erst einmal damit an, seine Initialen zu verewigen. Seit Montag sind sie dabei. Schon die ersten Gestaltungen lassen erahnen, dass die Sitzsteine kunterbunt werden. „Es ist eine Schule, da darf es richtig bunt sein“, lacht die Ideengeberin und fügt an: „Wir werden noch die nächsten Ferienwochen daran arbeiten. Wir sind ja nicht immer alle da. Mal ist der eine im Urlaub, dann der andere.“

Die Planungen für das Projekt laufen seit Jahresanfang. Unterstützung geben neben dem JNWB der Schulförderverein, die Gemeinde sowie mehrere ortsansässige Unternehmen – die vor allem mit Material- und Technikleistungen, helfen wie der Baumarkt Wurbs und K.S.T. „Ich finde das eine gute Idee und unterstütze das gern“, sagt Frank Kemper von K.S.T., der die Betonblöcke stiftete. Der Landkreis sieht dies auch als Integrationsprojekt für Adnan Rima und seinen Sohn Abdullah, die vor einem Jahr als erste Flüchtlinge aus Syrien nach Karstädt kamen. „Ich freue mich, dass ich helfen kann“, sagt Adnan Rima, der sich mit seiner Familie in Karstädt wohl fühlt und bereits gut die deutsche Sprache beherrscht.  

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