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Mit Ortsansässigen gegen das Hochwasser: 150 Soldaten stapeln Sandsäcke in Bälow

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erstellt am 06.Jun.2013 | 09:08 Uhr

Bälow | Über der Wiese hinter Bälow flimmert Hitze. Trotzdem haben sich wieder zahlreiche Helfer zusammengefunden, um Sandsäcke zu füllen. Diesmal sind sie jedoch nicht allein. 150 Soldaten vom Panzergrenadierbataillon 411 aus Viereck bei Pasewalk in Mecklenburg-Vorpommern sind angerückt, um tatkräftig mit anzupacken und dem kleinen Ort zu helfen.

Das Getümmel auf der Wiese ist groß. Traktoren bringen Hänger mit Strohballen, die in Schutzbarrieren auf der Deichstraße verbaut werden sollen. Bälower und andere Helfer füllen Säcke. Die Soldaten verladen sie anschließend auf die bereitstehenden Transporter. Einer von ihnen ist Philipp Schön. Er steht zusammen mit anderen Kameraden in einer Reihe, sie reichen Sandsäcke von Hand zu Hand bis zum Lkw. Die Stimmung ist gut. Musik ertönt aus einem tragbaren Radio. "Das ist mein erster Katastropheneinsatz. Wir gehen hier mit bestem Wissen und Gewissen vor", sagt er motiviert. Dass für den Einsatz seine freien Tagen gestrichen wurden und unklar ist, wann er wieder nach Hause kann, stört ihn nicht. "Wie lange wir hier sind, wissen wir nicht. Vielleicht zwei Wochen. Ich habe mich trotzdem auf diesen Einsatz gefreut", meint er.

Nicht weit von ihm reicht Jacqueline Buschow ihrem Kollegen auf einem Transporter einen Sandsack. Der gefüllte Beutel wiegt zirka fünf Kilo. Das Gewicht geht schnell auf die Arme. Doch mit ihren männlichen Kollegen kann die Hauptgefreite gut mithalten: "Es heißt ja oft, dass die Soldaten bei der Bundeswehr nichts tun. Jetzt können wir mal zeigen, was wir drauf haben", meint sie engagiert.

Dass die Uniformierten anpacken können und eine große Hilfe sind, können Ortsansässige nur bestätigen: "Ohne sie wäre die Arbeit hier nicht zu schaffen. Es sind zwar viele Freiwillige hier, aber wir sind froh, dass die Soldaten da sind", meint der 18-jährige Sören Jennerjahn aus Glöwen. Auch die Schülerin Alyssa Niemann aus Viesecke freut sich über die Unterstützung: "Die Anwesenheit der Soldaten macht das Arbeiten auf jeden Fall angenehmer", scherzt sie. Die Männer wären sehr hilfsbereit und die Stimmung gut. Der stellvertretende Kommandant Thies Knudsen ist ebenfalls mit der bisherigen Leistung zufrieden: "Man muss aufpassen, dass die Soldaten nicht übermotiviert sind, mal Pause machen und das Trinken nicht vergessen", sagt er. Die Arbeit auf dem Befüllplatz läuft gut. Bis zum Eintreffen der Uniformierten hatten Freiwillige an die 10 000 Säcke gefüllt. Mit der Hilfe der Soldaten geht die Arbeit nun noch schneller voran.

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