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Der Prignitzer

18. November 2017 | 17:08 Uhr

Mit Maxim und Carlos durchs Dorf

vom

svz.de von
erstellt am 01.Apr.2013 | 05:54 Uhr

Breese | In Breese kennen die Leute und auch die bellenden Vierbeiner die beiden Alpakas vom Hof Krempner längst. Zwar drehen Maxim und Carlos nicht täglich ihre Runde durchs Dorf, zumeist geht es auf die Wiese in Richtung Wald, doch bei dem verharschten Schnee fällt das aus. "Der tut ihren Zehen nun mal nicht gut", erläutert Dietmar Krempner. Seit 2010 hält er Alpakas im Nebenerwerb auf seinem Hof, zuvor waren es Schafe", fügt der Breeser an. Die hörte er schon blöken, wenn er von der Arbeit in Richtung Heimat startete. "Sie wussten halt, jetzt gibt es Futter."

Bevor er auf Alpakas umsattelte, habe er sich zehn Jahre schon mit ihnen beschäftigt, mit ihrer Geschichte, ihrer Lebensweise und vor allem damit, was für eine Haltung und Zucht notwendig ist. "Alpakas sind sehr sensible Tiere. Sie reagieren auf alle Veränderungen in ihrer Umgebung." Und so mussten Carlos und Maxim auch ganz langsam an die Ausflüge durchs Dorf gewöhnt werden, an das Bellen hinter den Grundstückshecken, an Autos und eben auch an Menschen, die sie zuvor nie gesehen haben. "Alpakas muss man sich behutsam nähern und ihnen dabei in die Augen schauen", so Dietmar Krempner. Dann allerdings ist es zumeist auch um den Zweibeiner geschehen, denn diesen Augen zu widerstehen, ist nicht leicht, gesteht der Breeser und er weiß wovon er spricht. 13 Alpakas, diese aus den südamerikanischen Anden stammende, domestizierten Kleinkamele, hat er im Bestand, "zum Wandern, für die Zucht und als Lieferant für Wolle". Aus jener lasse er Mützen, Schals, Socken und dergleichen stricken, die dann im eigenen Hofladen auch angeboten werden. Übrigens, auch als Therapietiere sind die stillen und ruhigen Alpakas bei entsprechender Ausbildung geeignet.

"Anfang Juni wird wieder Nachwuchs erwartet", ist von dem Züchter zuerfahren. Bis dato ist ein kleines Flaschenkind der vierbeinige Benjamin und Liebling auf dem Hof. Vor allem wohl auch, weil es die Kleine, es ist ein Mädchen, den Krempners alles andere als leicht machte. Sie war eine Frühgeburt und die Mutter nahm sie nicht an. Also mussten die Krempners ehrenhalber die Stelle antreten und die Kleine mit der Flasche aufziehen. Die verlor dann auch noch nach wenigen Tagen das komplette Fell, "die reine Lederhaut bedeckte nur den Körper", berichtet Dietmar Krempner. Tierärzte, alle waren überfragt, selbst im Internet kamen viele Reaktionen von Züchtern aus dem Inn- und Ausland, doch so einen Fall hatten sie noch nie erlebt. Die Tochter des Tierarzt, die auch Tiermedizin studierte, fragte schließlich bei ihren Kommilitonen nach. Es könnte Eisenmangel sein, so die Recherche. Stehenden Fußes bekam der vierbeinige Zögling ein Eisenpräparat und lief weiter in Decken gehüllt durchs Gehege. Nach und nach zeigte sich dann zaghaft ein Flaum und inzwischen hat das Alpakamädchen schon ein richtiges Wollkleid wieder. Davon konnten sich am Karsamstag auch all die Besucher des ersten Hoffestes überzeugen, zu dem die Krempners eingeladen hatten. Und die Zahl derer, die kamen, war recht ansehnlich, was für das große Interesse spricht. Alpakas kann man eben auch nur schwer widerstehen.

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