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Der Prignitzer

21. November 2017 | 18:48 Uhr

Mit Lösungsmitteln ins Bundesfinale

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erstellt am 25.Apr.2013 | 08:03 Uhr

Wittenberge | Graffitifarbe, Nagellack, eingetrocknete Pinsel: Verschmutzungen, an denen manch aggressive Chemikalie scheitert, löst das innovative Lösungsmittel, das Christin Lucksnat, Karl-Ohle Kias und sein Cousin Florian Kias vom Wittenberger Marie-Curie-Gymnasium entwickelt haben, spielend. Mit ihren Forschungsergebnissen haben die drei Elftklässler den Regional- und den Landesausscheid von "Jugend forscht" gewonnen und damit die Ehre, Brandenburg beim Bundesfinale vom 30. Mai bis zum 2. Juni in Leverkusen zu vertreten.

Seit anderthalb Jahren arbeiten die drei unter Anleitung von Fachlehrerin Bärbel Henning daran, ein universelles fetthaltiges Lösungsmittel zu entwickeln. "Jede Woche treffen wir uns für zwei bis drei Stunden in der Chemie-AG, aber auch zuhause geht noch genügend Zeit für Ausarbeitung, Korrekturen und Denkarbeit drauf", umreißt Christin die Zeit, die sie bis jetzt in ihr Forschungsprojekt investiert haben. "Aber es macht uns ungeheuren Spaß, denn das hier ist richtige Wissenschaft, hier können wir neue Erkenntnisse gewinnen und Zusammenhänge nachweisen, die noch unbekannt sind", ergänzt Florian.

Forschung mit unbekanntem Ausgang

Bereits in der siebenten Klasse haben sich die beiden mit dem Chemie-Virus infiziert, Karl-Ole kam erst später dazu. Was sie eint ist die Begeisterung für Formeln und Reaktionen, fürs Ausprobieren und Tüfteln. "Chemie ist logisch, wenn man das Wesentliche einmal verstanden hat. Und sie begegnet einem überall im täglichen Leben, das fasziniert mich", sagt Florian.

Bärbel Henning glaubt, das Geheimnis hinter der Chemie-AG zu kennen. "Ganz im Gegensatz zu klassischen Schulexperimenten, wo das Ergebnis von vornherein feststeht, wissen die Schüler hier nie so richtig, wo das Ganze hinführt." Seit vielen Jahren betreuen sie und ihre Fachkollegen die AGs, haben schon mehrfach Schüler bei erfolgreichen Wettbewerbsteilnahmen begleitet. "Die Wettbewerbe sind aber nur eine logische Folge, nicht der Grund für die Arbeit. Aber es macht natürlich stolz, gute Platzierungen zu erreichen, denn davon profitieren wir alle. Die Schüler lernen nicht nur fachlich etwas dazu, sondern schulen auch ihre Präsentationskompetenz, und erfolgreiche Schulen werden gefördert."

So sei das Gymnasium als Jugend-Forscht-Schule 2013 ausgezeichnet worden, eine Ehrung, die mit 1000 Euro honoriert wurde. "Geld, das wieder den Strukturen der Schule zugute kommt, die die Voraussetzungen für derartige Erfolge schaffen." Weiterhin sei die Rolle der Kooperationspartner, darunter die Prignitzer Chemie - die die Idee für das Lösungsmittel auf Fettbasis beisteuerte - das TGW-Schülerlabor und die Technologiestiftung Brandenburg, hoch zu würdigen, so Henning.

Das Bundesfinale von "Jugend forscht" ist eine ganz besondere Leistung und krönt das jahrelange Engagement. "Es ist wahnsinnig toll, dabei zu sein", sagt Karl-Ohle. "Wir haben unsere Forschung in den letzten Wochen noch beständig erweitert, haben unsere Ergebnisse strukturiert und auch Betrachtungen zur Wirtschaftlichkeit angestellt. Wir sind also gut vorbereitet." Dass die drei ihr Wissen hervorragend präsentieren können, haben sie auch im Siemens-Schülerwettbewerb bewiesen, wo sie es unter 150 Mittbewerbern ins Finale geschafft haben. Ein bisschen Lampenfieber bleibt trotzdem.

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