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Bad Wilsnack : Mit Lachyoga Grenzen überwinden

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Carola Benson zeigt morgen beim Gesundheitsstammtisch in Bad Wilsnack, wie befreiend die Übungen sein können

svz.de von
erstellt am 08.Feb.2016 | 09:00 Uhr

„Hohooo, hahaaa, hihiii“, schallt es durch den Raum. Kurz danach springt Carola Benson wild umher, als hätte sie Ameisen in der Hose. Was ist hier los? „Das sind Aufwärmübungen für das Lachyoga“, erklärt die 48-Jährige. Sie ist ausgebildete Lehrerin für diese ungewöhnliche Entspannungstherapie. Morgen Abend will sie um 19.30 Uhr beim Gesundheitsstammtisch im Gemeinderaum der Bad Wilsnacker Nikolaikirche den Neugierigen zeigen, was es damit auf sich hat. „Ich bin zuversichtlich, dass viele kommen werden“, sagt sie. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung nicht nötig.

Eine Stunde Lachyoga beginnt mit zahlreichen Aufwärmübungen, wie zum Beispiel Pantomime oder Sprechübungen, damit der Körper gelockert wird. Nach der Aufwärmung wird zehn bis 15 Minuten gelacht. „Das ist so anstrengend wie 30 Minuten Rudern“, beschreibt Carola Benson. Abschließend widmen sich die Teilnehmer dem bewussten, tiefen Atmen (Yoga). „Es muss sich niemand verrenken. Es geht darum, sich zu entspannen.“

Mit ihrem Lachyoga ist sie eine Pionierin in der Prignitz. „So weit ich weiß, gibt es so etwas hier noch nicht. Ich wünsche mir, dass sich Lachyoga auch in der Prignitz verbreitet.“ Alles, was Interessierte brauchen, ist ein bisschen Mut und anfangs sicher auch Selbstüberwindung. „Es ist ja nicht leicht, sich vor Fremden gehen zu lassen. Das ist ein gewisser Prozess, für den man Grenzen überwinden muss“, weiß Benson. Doch wer sich traut, könne schnell positive Effekte bemerken. „Lachen regt den Kreislauf und den Stoffwechsel an, es senkt die Stresshormone und langfristig auch den Blutdruck“, zählt Carola Benson einige der Vorzüge auf. Sie selbst leide an Migräne und habe festgestellt, dass das Lachen ihre Anfälle mildert. Für Menschen mit Depressionen sei Lachyoga ebenfalls geeignet, erklärt Benson und erntet Zustimmung von Helma Koberling. Die 64-Jährige veranstaltet zusammen mit Benson den Lachklub immer montags um 19 Uhr im Feuerwehrhaus in Bälow. „Das Lachyoga gibt mir einen Schub, es geht mir danach besser“, erzählt Helma Koberling.

Auf den Geschmack ist Carola Benson vor einigen Jahren gekommen, als sie in England lebte. „Dort habe ich meinen Mann George kennengelernt – und bin auf einen Lachklub gestoßen. Ich habe einfach mal mitgemacht und dann entschieden, eine Ausbildung zur Lachyoga-Lehrerin zu machen.“

Vor zweieinhalb Jahren verschlug es das Paar dann in die Prignitz, die beide aus mehreren Urlauben kannten. In Bälow richteten sich die „Engländer“, wie sie im Ort genannt werden, die alte Schule in der Gartenstraße her. „Die Gegend ist wunderschön. Man kann hier einfach gut leben“, sagt Carola Benson, die in Lüneburg geboren wurde.

Sie selbst beginnt jeden Tag mit Lachyoga und will es nun auch in der Region etablieren. „Mein Traum ist es, zum Weltlachtag im Mai 2017 ein Projekt ,Die Prignitz lacht’ auf die Beine zu stellen. Dort würden dann viele Menschen zusammen lachen. Das hat eine unglaubliche Energie. Aber vielleicht fangen wir auch erstmal mit ,Bälow lacht’ an“, blickt sie schmunzelnd voraus.

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