Sozialarbeiter in Karstädt : Mit Jugendlichen auf Augenhöhe

Stefan Tanner, Diplom-Heilerziehungspfleger, will auch im Bereich der Gemeinde Karstädt neue Freizeitprojekte für die Jugendlichen ankurbeln.
Stefan Tanner, Diplom-Heilerziehungspfleger, will auch im Bereich der Gemeinde Karstädt neue Freizeitprojekte für die Jugendlichen ankurbeln.

Stefan Tanner ist seit dem 1. August als Jugendsozialarbeiter beim Jugendhilfe Nordwestbrandenburg e. V. auch in der Gemeinde Karstädt tätig

23-11368464_23-66107970_1416392388.JPG von
15. August 2015, 16:00 Uhr

Die Ferienkinder schauen ihn fasziniert an, hören ihm gespannt zu. Stefan Tanner weiß: „Mein Äußeres zieht die Kinder an.“ Und für die Kids ist er einfach nur „cool“. Na klar, der junge Mann fällt durch seine Tätowierungen und Piercings auf. „Aufgrund dessen habe ich aber noch keine negativen Erfahrungen gemacht“, sagt er. Der 28-Jährige ist seit dem 1. August bei der Jugendhilfe Nordwestbrandenburg (JNWB) als Sozialarbeiter angestellt und tritt die Nachfolge auch im Bereich der Gemeinde Karstädt für Karin Konopka an, die die neue Regionalleiterin bei der JNWB für die Prignitz ist.

Seine erste große Aufgabe in der Gemeinde war die Mitgestaltung des Feriencamps der 12- bis 16-Jährigen in der abgelaufenen Woche. In Zusammenarbeit mit den Gemeinde-Jugendpflegerinnen Petra Bethke und Marlis Marks war es eine rundum gelungene Woche. „Die Kinder sind sehr interessiert und kommunikativ“, sagt Stefan Tanner, der in Berlin studierte und sein Diplom als Heilerziehungspfleger ablegte. Dort hat er schon während seines Studiums vier Jahre in einem Jugendzentrum nebenbei gearbeitet.

Vor eineinhalb Jahren kam der Wentdorfer, der am OSZ Wittenberge sein Abitur gemacht hat, in die Prignitz zurück. „Berlin war toll, aber ich habe gemerkt, dass mir der ländliche Raum mehr zusagt“, so der 28-Jährige, der zurück in der Heimat erst in der Jugendhilfe gearbeitet und gemerkt hat, „dass mir der Freizeitbereich eher liegt“. So bewarb er sich beim JNWB und „war überrascht, dass ich gleich einen Job bekommen habe“, sagt der junge Mann, der mit seiner Freundin Caro, die als Managerin im Gesundheitswesen arbeitet, und den drei Hunden in Wittenberge lebt.

In Berlin habe er schon im Jugendzentrum an vielen Projekten wie Siebdruck und Longboard gearbeitet. Letzteres ist zugleich eines seiner Hobbys. „Auch hier könnte ich mir so etwas vorstellen. Vielleicht kann man mal Workshops machen, die 12- bis 17-Jährige Kids ansprechen“, erzählt er seine Vorstellungen. Aber erst einmal will er sich einarbeiten, bestehende Freizeitprojekte beibehalten und sehen, „was sich entwickelt“.

Für ihn sei es ganz wichtig, erfahrene Jugendpflegerinnen wie in Karstädt an seiner Seite zu haben. „Von ihnen kann ich viel lernen.“ Und die beiden freuen sich auf die Zusammenarbeit: „Er hat andere Ideen, darauf freuen wir uns“, so Petra Bethke und Marlis Marks. Stefan Tanner will den Mädchen und Jungen, die in die fünf Jugendclubs der Gemeinde Karstädt kommen, „Freude, aber auch Wissen ohne Leistungsdruck vermitteln“. „Zwar ist es wichtig, die Rolle im Sozialbereich zu wahren, sie dürfen mir nicht auf der Nase rumtanzen, aber man muss mit den Jugendlichen auf Augenhöhe kommunizieren und auch Rede und Antwort stehen, was sich auf unseren Bereich bezieht. Man muss nicht auf alles eine Antwort haben, aber man darf die Kinder nicht stehen lassen“, so seine Maxime.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen