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Der Prignitzer

28. Juni 2017 | 17:35 Uhr

Landpfarrhaus : Mit Herz und Seele

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Lobende über Hans-Ulrich Wolf anlässlich der Eröffnung des „Landpfarrhaus-Museums“ in Blüthen

Der Rundgang im Landpfarrhaus-Museum in Blüthen führt durch den „Roten Salon“, das Gemeinde-, Familien-, Studierzimmer – alles Durchgangsräume – oder die Küche. „Unser Hauptziel bis zum heutigen Tage war es, die museale Aufarbeitung eines Landpfarrhauses hinzubekommen“, erklärte Hans-Ulrich Wolf, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates Blüthen, gestern bei der offiziellen Eröffnung des Landpfarrhaus-Museums.

Und man merkt Wolf an, dass er stolz auf das Geschaffene ist. Vor zehn Jahren kniete er sich mit Herz und Seele in dieses einmalige Projekt, in dem die Bedeutung und Perspektive des evangelischen Landpfarrhauses aufbereitet wird. „Seit 2007 begleiten wir das Projekt. Pfarrer, Superintendenten, politische Vertreter haben gewechselt. Herr Wolf ist der Fels in der Brandung. Er war immer da. Dieses Landpfarrhaus soll nicht nur musealen Charakter haben. Ich wünsche allen, dass es mit Leben erfüllt wird“, sagte Friedrich-Wilhelm von Rauch, Präsident der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, die genauso wie die Sparkasse Prignitz, das Wissenschaftsministerium, der Landkreis und das Kreiskrankenhaus Prignitz, der Kirchenkreis Prignitz, die Landeskirche, die Gemeinde Karstädt dieses Projekt über die Jahre hinweg begleitet und unterstützt haben.

Die Pfarrhäuser auf dem Lande bestimmten über Jahrhunderte das gesellschaftliche und kulturelle Leben. Sie waren offen für alle und zählten zugleich als Wohnbereich der Pfarrfamilie so wie in Blüthen für Pfarrer Karl Groß und seine Frau Gerlinde.

„Das Pfarrhaus war damals ein Vorbild ländlicher Lebensweise“, so Landrat Torsten Uhe. Und die Vergangenheit mit der Gegenwart verbinden, das ist das nächste Ziel. In die Räume soll Leben einziehen. Denn es soll ein offenes Haus sein, in dem kommuniziert werden soll, Menschen ein offenes Ohr finden.

2007 kam dem Kirchengemeinderat Blüthen die Idee mit dem Landpfarrhaus-Museum. „Damals hatten wir noch kein Konzept“, erinnert sich Wolf. Die Konzeption und wissenschaftliche Begleitung dieses Vorhabens erfolgte ab 2009 im Rahmen eines Forschungsprojektes unter Leitung von Prof. Dr. Harald Schwillus an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Vor etwa zwei Jahren trennte man sich wegen Differenzen. Im vergangenen Jahr stieg der Berliner Kurator Bodo-Michael Baumunk in das Projekt ein. „Er war für uns ein Glücksfall mit seiner enormen Berufserfahrung, und er hängt auch mit Herz und Seele dran“, so Wolf. Und das spiegelt sich in Details und kleinen Geschichten wider, wie zum Beispiel die zwei Dioramen (Gesangbuchstreit oder das Pfarrer-Familienleben). Aber auch auf moderne Technik legen die Macher wert. Wissenswertes erfährt man an der Medienstation.

Auch wenn gestern viele der geladenen Gäste von der Fertigstellung sprachen. Für Wolf und Baumunk ist das keineswegs der Fall. „Mein Auftrag ist erst einmal abgeschlossen. Aber ich würde hier gern noch weitermachen. Weitere Dioramen anfertigen, aber auch das Haus mit noch mehr Tönen erfüllen, weitere Filme zusammenstellen“, so Baumunk. Und dem Blüthener Urgestein schwebt noch vor, den Sanitärtrakt, das Stallgebäude, die Gärten herzurichten.

Und ganz wichtig wird die künftige Vermarktung. Als Mitglied im Verbund Prignitzer Museen soll die Werbetrommel gerührt werden, damit Gäste kommen. Derzeit ist eine Besichtigung nur auf Voranmeldung möglich. „Wir wollen noch in diesem Jahr mit kleinen Öffnungszeiten beginnen“, erklärt Wolf. Und Friedrich-Wilhelm von Rauch gab den Verantwortlichen mit auf den Weg: „Wir wünschen uns brennend ein Hinweisschild auf dieses Museum an den Autobahnabfahrten bei Karstädt.“

 

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erstellt am 16.Jun.2017 | 12:00 Uhr

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