zur Navigation springen

Rathaus Wittenberge : Mit gläsernem Aufzug ins Denkmal

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Stadt rüstet Verwaltungssitz – alle Etagen werden auch für Bürger mit Handicap erreichbar

von
erstellt am 01.Okt.2014 | 22:00 Uhr

Im Rathaus wird gebaut – vom Keller bis zum Dachgeschoss. 100 Jahre nach seiner Einweihung erhält das Haus einen Aufzug. Ob Mutti mit Kinderwagen, ob gebrechlicher Senior oder Bürger im Rollstuhl: Für sie sind die Rathaustreppen künftig kein Problem mehr. Die Stadt investiert. Der Denkmalschutz gab seine Zustimmung. In einigen Monaten geht es mit einem gläsernen Aufzug bis ganz nach oben oder auch ganz nach unten. Die Fachabteilungen werden auch für Bürger mit Handicap erreichbar. Betagte Herrschaften müssen sich keine Sorgen mehr machen, ob sie zur Hochzeit der Enkelkinder die Treppen bis zum Trausaal auch erklimmen können.

Ein Denkmal mit einem Aufzug auszustatten, ist keine Kleinigkeit. „Es haben Variantenuntersuchungen stattgefunden. Die verschiedenen Möglichkeiten sind geprüft worden. Jetzt ist ein guter Kompromiss zwischen baulicher und denkmalpflegerischer Verträglichkeit gefunden“, sagt Petra Lüdtke, stellvertretende Bauamtsleiterin.

Der Aufzug wird an der Rückfront des Hauses platziert. Er wird dort an die Fassade des Rathauses gesetzt, sagt Bauamtsmitarbeiter Dennis Kathke. Es habe auch Überlegungen gegeben, so Kathke, den Aufzug im Haus einzubauen. Die Decken zwischen den Geschossen wurden geprüft. Abgesehen vom Bauaufwand bei dieser Variante habe die Prüfung ergeben, dass eine zusätzliche Belastung der Geschossdecken – es wären mehrfach Durchbrüche notwendig gewesen – nicht ratsam ist.


Arrestzelle wird zum Maschinenraum

Stattdessen wird der Fahrstuhl nun in einer Art gläsernem Schacht an der Außenfassade die einzelnen Etagen ansteuern. Das Schachtgerüst soll im nächsten Monat geliefert werden, so Kathke. Dann beginne dessen Verkleidung.

Um die Eingriffe in die denkmalgeschützte Bausubstanz so gering wie möglich zu halten, wird der Aufzugschacht vor einer Fensterfront verlaufen. Das habe den Vorteil, so das Bauamt, „dass wir nur die Fensteröffnungen vergrößern, also Brüstungen herausnehmen müssen.“

Im Innern des Hauses ist in den letzten Wochen Einiges in den Büros umgebaut worden, denn auf jeder Etage musste ein Stichflur zum Fahrstuhlschacht geschaffen werden.

Im Kellergeschoss betreffen die Veränderungen die ehemaligen Polizeiarrestzellen. Über eine erfolgt der Zugang zum Aufzug. Eine zweite wurde zum Maschinenraum umfunktioniert. Ab wann es genau mit dem Aufzug nach oben oder unten geht, kann heute noch nicht gesagt werden.

Derzeit haben Menschen mit Behinderung, die etwas im Rathaus erledigen wollen, nur die Möglichkeit, über eine Art Treppenlift den Flur des Erdgeschosses zu erreichen. Der Lift befindet sich am Seiteneingang. Per Klingel können Besucher das Bürgerbüro erreichen. Mitarbeiter helfen dann, den Lift in Betrieb zu nehmen. Aber die Fahrt endet für die Benutzer im Erdgeschoss. Kinderwagen oder Karren lassen sich damit gar nicht transportieren.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen