ITB : Mit einem Klick zum Zimmer

Werbung für Bernau macht Heiko Peckel als Turmwächter. Ingo Schirn und Paul überzeugt er vom Hussitenfest, aber auch das Plattenburgspektakel reizen Vater und Sohn. Fotos: Hanno taufenbach
Werbung für Bernau macht Heiko Peckel als Turmwächter. Ingo Schirn und Paul überzeugt er vom Hussitenfest, aber auch das Plattenburgspektakel reizen Vater und Sohn. Fotos: Hanno taufenbach

Neue Trends auf der Reisemesse in Berlin: Urlauber erwarten einen guten Onlineservice. Radfahren bleibt hoch im Kurs.

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13. März 2016, 21:00 Uhr

Punktsieg am Sonnabend für Bernau. Der neben Wittenberge einzige Bewerber um den Brandenburg-Tag 2018 nutzt die Internationale Tourismusmesse in Berlin (ITB), um für sich zu werben. Der Torwächter geht auf die Besucher zu, plaudert mit ihnen und erzählt von den Vorzügen seiner Stadt.

„Wir blicken auf eine lange Geschichte zurück, auf eine Blütezeit im Mittelalter“, sagt Heiko Peckel, der heute das Kostüm des Torwächters überstreifte. Die nahezu vollständig erhaltene Stadtmauer und die Stadttore zeugen davon. Er verteilt Flyer für das Hussitenfest vom 10. bis zum 12. Juni.

Jährlich lädt die Stadt für drei Tage zu diesem Spektakel en, lässt nach eigenen Angaben für rund 20 000 Besucher das Mittelalter wieder auferstehen. „Das wird nie langweilig und ist für Kinder ein echtes Erlebnis“, sagt Heiko Peckel.

Er verfolgt das Rennen der beiden Städte um den Brandenburg-Tag, drückt natürlich seiner Heimat ganz fest die Daumen. „Falls wir den Zuschlag bekommen sollten, werden wir gewiss das diesjährige Hussitenfest schon für die Werbung nutzen“, meint er und reicht Ingo Schirn einen Flyer.

Der Berliner ist mit seinem achtjährigen Sohn Paul gekommen und sucht nach genau solchen Festen. „Ich bin ein echter Berliner, aber inzwischen habe ich die Nase voll vom Leben in der Großstadt“, erzählt er. Deshalb sei er aufs Land gezogen. Mit seinem Wohnmobil ist er an den Wochenenden unterwegs. Direkt gegenüber dem Stand des Landkreises Barnim mit der Stadt Bernau präsentiert sich die Prignitz. Mike Laskewitz vom Tourismusverband gibt ihm den Flyer vom Plattenburgspektakel. „Sie können auch am mehrtägigen Wildniscamp teilnehmen und übernachten“, sagt er. „Das wäre doch was für uns“, meint Schirn zu seinem Jungen, und der nickt eifrig.

Seit Mittwoch ist Mike Laskewitz auf der Messe, wird tageweise von Prignitzer Städten unterstützt. Wittenberge und Perleberg waren hier, heute ist es Kyritz, und für Sonntag hatte sich die Wittstocker Rosenkönigin angemeldet. Werbung für die Region ist aber nur ein Aspekt auf der ITB. „An den drei Fachbesuchertagen tauschen wir uns mit Kollegen aus, besuchen Vorträge, informieren uns über neue Trends“, sagt Laskewitz.

In diesem Jahr zeichnet sich ein Trend stärker denn je ab: die Digitalisierung. Ob Lodge im afrikanischen Busch oder Pension an der Elbe, „die Gastgeber müssen sich dahingehend aufstellen“, sagt Mike Laskewitz. Das beginnt beim Buchungssystem. Mit einem Mausklick wolle der Gast heute das freie Zimmer buchen, sofort eine Bestätigung dafür bekommen. „Gastgeber müssen diese Möglichkeit schaffen, müssen Sorge tragen, dass es keine Doppelbuchungen gibt“, erklärt Laskewitz.

Das setzt schnelles Internet voraus und da habe die Prignitz in einigen Bereichen noch immer Nachholbedarf, weist er auf ein Problem hin. Dass die Homepage der Anbieter für Computer, Smartphone und Tablet konfiguriert sein muss, sei ein weiterer Anspruch den Gäste heute haben.

Die Digitalisierung verlange aber auch vom Verband Innovationen. „Neben Unterkünften sollten zunehmend Tagesangebote online buchbar sein.“ Daran wollen die Prignitzer gemeinsam mit der Tourismusmarketing Brandenburg GmbH arbeiten.

„Im ersten Schritt könnten das Stadtführungen aus Wittenberge und Wittstock, der Storchenfeierabend Rühstädt und einzelne Kulturangebote wie Konzerte, Elblandfestspiele oder auch Schifffahrten auf der Elbe sein“, nennt Mike Laskewitz erste Ideen. Dann könnte der Gast ein ganzes Paket online schnüren.

Für die jeweilige Homepage der Anbieter werden Fotos immer wichtiger, nennt er den nächsten Aspekt. Da gebe es in der Prignitz großen Nachholbedarf. Der Tourismusverband erwäge, den Gastgebern Fotografen zu vermitteln. Ein eigenes Budget habe der Verband für so einen umfangreichen Auftrag nicht.

Gute Bilder setzen ansprechende Motive voraus. Jeder Anbieter müsse selbst prüfen, ob seine Angebote zeitgemäß und attraktiv seien. Wer seit zehn oder 20 Jahren nicht investiert habe, muss gegebenenfalls reagieren, rät Mike Laskewitz.

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