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Bad Wilsnack : Mit der Freundin durch die Kirche

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Aktion Mensch unterstützt die Produktion eines Audio-Guides für Kinder in der Wunderblutkirche Bad Wilsnack

svz.de von
erstellt am 11.Jan.2014 | 00:33 Uhr

Wenn Erwachsene staunend durch historische Gemäuer streifen, sich in architektonische Details vertiefen und interessiert Infotafeln studieren, geht für die Steppkes der Spaß ganz schnell flöten. Die Wunderblutkirche hingegen dürfte auch für die Kleinen künftig ein Ort für hochspannende Erkundungen auf eigene Faust sein, denn ab Mitte 2014 können sie mit speziellen Audio-Guides deren Geschichte hautnah erleben.

Bereits seit 2012 verfügt die Kirche über zehn Geräte, mit denen sich Besucher akustisch führen lassen können. „Das kommt bei den Leuten hervorragend an“, sagt Christian Richter von der Kirchengemeinde, „obwohl die Idee für den Audioguide aus der Not heraus geboren wurde, da wir nicht genügend Personal für Führungen haben“. Zwar halten rund 25 Ehrenamtler die Kirche die meiste Zeit des Jahres für Besucher offen, dennoch übersteige die Nachfrage nach Führungen die Möglichkeiten. „Zudem liegt es einfach nicht jedem, vor Menschen zu sprechen. Mit den Audioguides kam diesbezüglich eine Entlastung, zumal der Text auch auf Englisch verfügbar ist“, so Richter.

Aus diesen guten Erfahrungen sei die Idee entstanden, den Guide auch für Kinder anzubieten. „Für die ist ein Besuch einer Kirche meistens eher langweilig. Mit dem Audioguide hingegen können sie hier richtig was erleben.“ Produziert werden die Texte in Kooperation mit der Elbtalgrundschule Bad Wilsnack, wo das Projekt als Wahlfach für das Schuljahr 2013/2014 angeboten wurde. Eine Stunde wöchentlich setzen sich die Steppkes mit der Geschichte des Gotteshauses auseinander und recherchieren, was ihnen interessant erscheint. „Der Text ist dabei so angelegt, dass ein Kind zu Besuch nach Bad Wilsnack kommt und von einer Freundin durch die Kirche geführt wird. In diesem Dialog werden die wissenswerten Fakten vermittelt“, sagt Richter und verweist darauf, dass die Inhalte von Uwe Czubatynski, Leiter des Domarchivs Brandenburg auf ihre Richtigkeit geprüft worden sind.

Bei der technischen Realisierung bekommt die Kirchengemeinde Unterstützung von dem Wilsnacker Tonmeister Frohgemut Schnabel, in dessen Studio der Text von den Schülern eingesprochen werden soll. „Es sind zehn Schüler ausgelost worden, die die Passagen sprechen dürfen. Der Andrang war riesig, aber es konnten leider nicht alle mitwirken“, sagt Richter. Die Sprecher absolvieren mit der Sängerin und Gesangspädagogin Birgit Bockler derzeit ein spezielles Training, damit die Aufnahmen auch gut verständlich werden. „Zur Vorbereitung haben wir mit den Kindern Museen, die bereits einen Audioguide für Kinder haben, besucht. So bekamen sie einen Eindruck davon, wie das ganze funktioniert“, erzählt Christian Richter. Das Projekt wird von der Aktion Mensch mit 2150 Euro unterstützt.

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