Perleberg : Mit den Bläsern im heiligen Land

Andreas Draeger (links) mit Veranstaltungsteilnehmern im Gespräch.
Andreas Draeger (links) mit Veranstaltungsteilnehmern im Gespräch.

Teilnehmer der Studienreise nach Israel und Palästina ließen ihre Eindrücke in der Winterkirche Revue passieren.

von
02. Oktober 2018, 05:00 Uhr

„Zu der Zeit kam Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, dass er sich von ihm taufen ließ.“ Mit diesem und fünf weiteren Zitaten aus der Bibel (Matthäus, Kapitel 3) stimmte Andreas Draeger auf den Film über die Studienreise ins Heilige Land ein. Den in den Bibelstellen genannten Orten würden die rund 40 Gäste, die an diesem Abend in die Winterkirche gekommen sind, wiederbegegnen.

Fünf Mitglieder des Perleberger Bläserchores waren vom im Frühjahr mit 31 Bläsern der Lippischen Landeskirche in Israel und Palästina unterwegs. Einer von ihnen, Matthias Temmler, hat aus dem gesamten Bild- und Videomaterial einen Film gemacht, „der so informell ist, dass er über die Reise aber auch über Land und Leute Auskunft gibt“, so Andreas Draeger bei der Einleitung.

Und so begleiten die Gäste die 36 Musiker bei ihrer eindrucksvollen Reise, erfahren mehr über das Zusammenleben von Juden, Christen und Moslems und deren Konflikte. Beeindruckend war für viele auch die Predigt in der Erlöserkirche verfolgen zu können.

„Wir waren an vielen Orten, unter anderem in Bethlehem, Jerusalem, Kapernaum und Jericho, die wie in der Bibel finden, nur 2000 Jahre später“, eröffnet Draeger die Diskussion. Dabei kam immer wieder die Frage, warum das Land keinen Frieden findet, warum die Israelis so aggressiv gegen die Palästinenser vorgehen? Fragen, die die fünf Perleberger auch nach dieser Reise nicht beantworten können eher Ausweglosigkeit und Perspektivlosigkeit erkennen. Allerdings haben sie auch feststellen können, dass in der Bevölkerung durchaus der Wille zum friedlichen Zusammenleben zu finden ist. „Doch je höher man kommt, wachsen Ablehnung und Aggressivität“, so Andreas Draeger. Er sieht das „Übel“ in der Geschichte der Juden, in der diese zweimal einen Holocaust erlebten: „Einmal 70 nach Christi, als die Römer die Juden fast vernichteten und dann während des Zweiten Weltkrieges.

Gesprochen wurde auch über die zahlreichen Touristen, die die heiligen Stätten, wie die Grabeskirche in Jerusalem besuchen. „Bei diesen Massen ist doch eine Andacht kaum möglich“, hieß es aus den Reihen des Publikums. „Das haben wir auch so empfunden“, betonen die Reiseteilnehmer.

Auf Grund der angespannten Lage fragten sich die Gäste in der Winterkirche, ob man sich überhaupt frei bewegen könne. „Wir konnten es“, so Andreas Draeger. „Natürlich muss man immer damit rechnen, dass etwas passiert. Dann ist man in Gottes Hand.“

Die Gäste, die sich dann noch individuell mit Anne Nehls, Annette Löther, Matthias Temmler und Andreas Draeger über die Reise unterhielten waren begeistert. Ganz besonders eine Teilnehmerin, die in der kommenden Woche nach Israel reisen wird. „Dank des heutigen Abends trete ich meine Reise gut informiert an“, fasst sie den Filmabend zusammen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen