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Rollende Kulturwerkstatt prämiert : Mit dem Leutewagen über Land

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Robert Bosch Stiftung zeichnet FestLandverein Klein Leppin aus. Rollende Kulturwerkstatt kommt in die Dörfer

von
erstellt am 02.Feb.2015 | 08:00 Uhr

Der FestLandverein in Klein Leppin macht Oper. Dafür sind die Akteure bekannt, dafür werden sie Land auf und Land ab sehr geschätzt, damit machen sie seit 2005 das kleine Prignitzdorf zu etwas ganz Besonderem.

Aber damit ist augenscheinlich die Lust auf Neues, auf Kreatives noch nicht aufgebraucht. Der Festspielverein und Freunde wollen mit einem Leutewagen als mobile Kunstwerkstatt über Land fahren. Die Robert Bosch Stiftung, die regelmäßig Fördergeld für Projekte vergibt, mit denen in den ostdeutschen Bundesländern auf den demografischen Wandel regional angepasste Antworten gefunden werden, prämierte das Klein Leppiner Projekt als eines von nur drei Brandenburgern. „Das bedeutet, wir werden über zwei Jahre mit insgesamt 50  000 Euro gefördert“, sagen Vereinschefin Christina Tast und die FestLand-Schatzmeisterin Ute Fanzlau. Das Geld gibt es aufs Konto. Eine Fußmatte mit dem sinnreichen Spruch „Hier betreten Sie Neuland“ gab es auf der Festveranstaltung in Berlin gleich noch zum mit nach-Hause-nehmen.

Ja, der FestLandverein betritt Neuland. „Die Idee zu unserer mobilen Kulturwerkstatt hat sich so ergeben, als wir mal wieder in größerer Runde zusammen saßen“, sagt Christina Tast. „So war es ja auch damals, als wir die Idee zu ,Dorf macht Oper’ hatten. Und nun wollen wir es mit dem Leutewagen probieren.“

Spätestens an dieser Stelle muss die Frage erlaubt sein: „Was ist denn eigentlich ein Leutewagen?“ Die beiden Vereinsvertreterinnen schmunzeln, dann erzählen sie von dem großen grau gestrichenen Gefährt. Wagen dieser Art sieht man immer mal wieder an Feldrändern, Leute nutzen sie in den Arbeitspausen, zum ausruhen, essen darin – ein Leutewagen eben.

Karsten Krüger aus Bendelin, er ist ein großer Unterstützer von „Dorf macht Oper“ hat den Wagen vor etlicher Zeit vors Festspielhaus gestellt. Vielleicht könne der Verein daraus ja was machen. Ja, er kann. Tast und Fanzlau erzählen von den viele Ideen, die mit dem 10 Quadratmeter großen Raum verbunden sind. Dass in diesem Zusammenhang auch häufig der Name Jana Schegel fällt, ist kein Wunder. Die Frau ist derzeit im Bundesfreiwilligendienst und kümmert sich intensiv um die rollende Kulturwerkstatt. Christina Tast und Ute Fanzlau kommen ins Erzählen. Es ist schwer, in wenige Worte zu fassen, was der Verein mit seinem Leutewagen alles bewerkstelligen will.

Auf jeden Fall wollen die Akteure damit über Land rollen. in der Prignitz und Richtung Havelland sowie Sachsen-Anhalt haben sie zehn bis zwölf Dörfer schon ins Auge gefasst. „Es gibt überall Vereine und Clubs. Wir wollen uns mit den Leuten treffen, und austauschen“, zählt Tast auf. Auch ein Computer soll installiert werden. „Es könnte in Richtung mobiles Internetcafé gehen“, meinen die Frauen. Bei diesen Überlandtouren könnte man natürlich auch Geschichten aus den Dörfern sammeln, Bücher tauschen, im Wagen eine kleine Ausstellung arrangieren, Filme zeigen, ihn als Rentner- oder Jugendtreff verwenden. „Es gibt so viele Möglichkeiten, man muss sie nur in die Tat umsetzten“, sagt die Vereinschefin. Dass der Verein mit seinen Ideen und seiner Tatkraft geschätzt wird, belegt der Umstand, dass die Bürgermeisterin der Gemeinde Plattenburg, Anja Kramer, und der stellvertretende Landrat, Christian Müller, mit zur Auszeichnungsveranstaltung in Berlin weilten.  

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