Mit aller Macht für den Radweg

<strong>Werner Steiner </strong>(M.) zog im Gemeinderat Bilanz seiner Bemühungen.<foto>Birger Bahlo</foto>
Werner Steiner (M.) zog im Gemeinderat Bilanz seiner Bemühungen.Birger Bahlo

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20. März 2013, 10:03 Uhr

Breese | Endgültig begraben haben die Breeser Gemeindevertreter den Bau eines Radweges zwischen Kuhblank und Groß Breese. In nichtöffentlicher Sitzung hatten sie noch überlegt, ob sie zwei innerörtliche Abschnitte finanzieren, um alles Machbare für das Projekt getan zu haben. Doch erstens gibt es keine Fördermittel dafür, und zweitens haben sich die Kosten laut aktuellen Ausschreibungen auf 40 000 Euro erhöht. Am Ende hätte die Gemeinde zwei kurze Wegstrecken hergestellt, ohne jede Aussicht auf Vollendung des Gesamtprojekts.

Beginnen werden aber Bauarbeiten an der Karthanebrücke, die gemeinsam von Breese und Wittenberge komplett saniert wird. Es handelt sich um die Brücke an der KAP-Straße nach Klein Lüben. Breese bringt 31 000 Euro dafür auf. Fußgänger, Radler, Landwirtschaft und Tourismus sind auf diesen Weg über die Karthane angewiesen.

4,8 Millionen Euro kostet die Erschließung eines Teils des Industriegebiets Süd, in dem weitere Gewerbeflächen zugänglich gemacht werden sollen. Breese und Wittenberge teilen sich ihren Eigenanteil in Höhe von 961 000 Euro nach einem festen, vor Jahren festgelegten Schlüssel: Breese trägt 55,3 Prozent, also 531 000 Euro, Wittenberge den Rest.

Hartnäckig kämpft Bürgermeister Werner Steiner (SPD) mit seinem Gemeinderat weiter für den Neubau des Radwegs nach Wittenberge entlang der Landesstraße. Steiner hatte dafür sogar den Unternehmerball genutzt, um Ministerpräsident Matthias Platzeck auf die Brisanz aufmerksam zu machen. Er hatte Andreas Pohle, den Vorsitzenden der SPD-Kreistagsfraktion, gebeten, Platzeck bei dem Festball die von ihm schriftlich aufgelisteten Argumente auszuhändigen. Einmal mehr betonte er in dem Schriftstück, dass der Schwarze Weg seit 150 Jahren die verkehrssichere Verbindung nach Wittenberge gewesen sei und es unzumutbar sei, mit Fahrrädern auf die Landesstraße ausweichen zu müssen. Das Land selbst hätte ja die einstige Gemeinde- zur Landesstraße heraufgestuft und stehe daher nun selbst in der Pflicht und müsse den Bau mitfinanzieren. Die Gemeinde trug jetzt einen Teil zum Gelingen bei und stellte 27 300 Euro für die Planung des Radweges bereit.

Im Haushalt für dieses Jahr belastet die höhere Kreisumlage Breese mit 36 000 Euro, sie steigt (gerundet) von 540 000 auf 576 000 Euro. "Ganz schön viel", kommentierte das Jutta Dierke, Amtsleiterin Finanzen des Amtes Bad Wilsnack. Sie trug im Rahmen der Etatberatungen all das vor, was sich im Haushalt 2013 verändern wird. Deutlich mehr Geld gibt es dafür aus der Einkommenssteuer: Der Gemeindeanteil, schätzt die Verwaltung, steigt von 335 000 auf 380 000 Euro. Mehr Geld gibt es auch aus den Schlüsselzuweisungen des Landes, die steigen von 619 000 auf 625 000 Euro.

Ausgerechnet als während der Sitzung neuer Schnee vom Himmel fiel, beschlossen die Gemeindevertreter auch noch, die Mittel für den Winterdienst von 10 000 auf 7000 Euro zu kürzen. Augenzwinkernd fügte Bürgermeister Steiner hinzu, er wisse zwar nicht, was kommende Winter mit sich brächten, aber die Kürzungen seien gerechtfertigt, weil der volle Betrag nie ausgeschöpft wurde.

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