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Geschichte des Perleberger Bahnhofs : Mit 40 km/h auf den Schienen nach Wittenberge

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Geschichte des Perleberger Bahnhofs (Teil 2), aufgeschrieben von Norbert Weise

von
erstellt am 25.Okt.2016 | 05:00 Uhr

Am 15. Oktober vor 135 Jahren erhielt Perleberg einen Eisenbahnanschluss. Norbert Weise ist von Hause aus Eisenbahner, hat den Beruf von der Pike auf gelernt, war von 1985 bis 1889 Bahnhofschef in Perleberg und ist inzwischen im Ruhestand. Er hat die Geschichte des Perleberger Bahnhofs zu Papier gebracht und dem „Prignitzer“ zur Verfügung gestellt. Hier nun die Fortsetzung.

Die Bahnstrecke zwischen Wittenberge und Perleberg wurden in wenigen Monaten fertiggestellt, da es keine Probleme in der Linienführung gab. Es gab mit Wittenberge, Weisen und Perleberg drei Bahnhöfe sowie die Haltepunkte Waldhaus (ab 1906) und Schützenhaus.

In der Elbestadt besaß die Wittenberge-Perleberger Eisenbahn keine eigenen Gleisanlagen, sondern nutzte gegen eine entsprechende Nutzungsentschädigung Gleisanlagen der Berlin-Hamburger Eisenbahn.

Erbaut wurde die Perleberger Bahn durch den Eisenbahnunternehmer Schneider, der bis 1891 auch Pächter der Wittenberge-Perleberger Eisenbahn war. Die Schienen selbst wurden durch die Stadt Perleberg geliefert, die diese beim Unternehmer Bachstein einkaufte. Mit diesem Oberbau war eine Geschwindigkeit von 40 km/h zulässig. Erst in den 20er Jahren erfolgte eine Verstärkung des Oberbaus, so dass dann 50 km/h zulässig wurden.

Bis 1908 erfolgte im Zusammenhang mit dem Bau der Prignitzer Eisenbahn eine Erweiterung der Gleisanlagen auf zwei Hauptgleise mit insgesamt 1 172,35 Metern und zwölf Nebengleise mit den entsprechenden Handweichen, sprich mit einfacher Sicherungstechnik. Erst 1901 wurde ein Stellwerk der Bauart Stahmer errichtet, womit die Zugfahrten sicherer sowie das Rangieren beschleunigt wurden. Am 2. Oktober 1881 begannen nach einer relativ kurzen Bauzeit von sechs Monaten schon die Probefahrten. Im gleichen Zeitraum erhielt Perleberg ein Bahnhofsgebäude mit Warteräumen 2. und 3. Klasse. Das Gebäude war anfangs mit einem Bahnhofsvorsteher und einem Stationsassistenten besetzt.

Die Betriebsaufnahme am 15. Oktober 1881 erfolgte mit zwei zweifach gekuppelte Naßdampftenderlokomotiven der Firma Borsig, drei Personenwagen mit 16 Plätzen in der 2. und 40 Plätzen in der 3. Klasse, mit einem Gepäckwagen, 15 gedeckten Güterwagen, einem Wagen für Viehtransporte sowie elf offenen Güterwagen. Die erste dreifach gekuppelte Lokomotive der Firma Henschel kam 1911 nach Perleberg.

         (Fortsetzung folgt)



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