zur Navigation springen

Waldbrand : Mit 260 Helfern gegen das Feuer

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Großübung in Mesendorf vereint Feuerwehr, Rettungsdienst, THW und Bundespolizei / Volker Lehmann leitete das Szenario

Sichtweiten von stellenweise unter 50 Metern wie bei einem richtigen Waldbrand – realistischer hätte die Großübung in Mesendorf am Samstag dank des dichten Nebels kaum sein können. Verkehrsunfall, Flächen- und Waldbrand, Wasserversorgung über lange Wegstrecken und Feuerlöschunterstützung aus der Luft – Volker Lehmann, stellvertretender Kreisbrandmeister in der Prignitz, hatte als Hauptverantwortlicher bei der Planung alle Register gezogen, um die Einsatzkräfte an taktische und logistische Grenzen zu bringen.

Bereits ab 7.30 Uhr beziehen die rund 230 Mitglieder von Feuerwehr, Rettungsdienst und THW ihre Bereitstellungsräume in der Nähe des Einsatzortes und erhalten eine Einweisung in die Übungen. Mit dabei sind neben den Prignitzer Helfern auch rund 80 Kameraden aus dem schleswig-holsteinischen Landkreis Plön, die bereits 2005 für eine Übung in der Prignitz zu Gast waren und zu denen noch immer gute Verbindungen bestehen.


Wasserversorgung im Wald


Um 8 Uhr fällt der Startschuss, die Einsatzkräfte müssen sich in mehren Abschnitten mit den verschiedensten Herausforderungen, die ein derartiger Einsatz stellt, bewähren. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei der Wasserversorgung – bei Waldbränden ohne Hydranten in unmittelbarer Nähe stets ein Problem. Um auf hinreichend Löschmittel zurückgreifen zu können, bauen die Feuerwehren zwei mobile Löschwasservorratsbehälter mit einem Fassungsvermögen 50 000 bzw. 32 000 Litern Wasser, die sie über eine rund einen Kilometer lange Wasserleitung aus einem Teich befüllen.

Bei der Bekämpfung des imaginären Feuers greifen die Blauröcke auf unterschiedliche Methoden zurück. Während eine sogenannte Riegelstellung eine Ausbreitung des Feuers
auf angrenzende Flächen verhindern soll, rücken einzelne Trupps den „Flammen“ mit Schaum zu Leibe. „Hier kommt spezieller Übungsschaum zum Einsatz, von dem keinerlei Gefahren für die Umwelt ausgeht“, erklärt Cheforganisator Volker Lehmann. Der „gelöschte“ Waldabschnitt gleicht anschließend einer Winterlandschaft.

In einem anderen Abschnitt sehen sich die Feuerwehrleute vor einer technische Herausforderung gestellt: Ein Auto ist von der Straße abgekommen und in den Wald gerast. Mit Seilwinde und Umlenkrolle gelingt es schließlich, das Fahrzeug zu bergen.


Mit dem Puma gegen die Flammen


Die Mühen der Kameraden mit Strahlrohr und Schaumkanone scheinen indes nicht auszureichen, um den Waldbrand komplett zu löschen. Die Einsatzleitung fordert Verstärkung aus der Luft an. Diese schwebt gegen Mittag in Gestalt eines Hubschraubers der Bundespolizei mit ohrenbetäubendem Dröhnen über die Baumkronen ein. Pilot Maik Carstensen dirigiert das Ungetüm direkt auf die mit einer Nebelkerze markierte Landezone zu und setzt die 14 Millionen Euro teure Maschine sicher auf.

Kaum am Boden, montiert der Bordtechniker das „Bambi Bucket“, einen 2000 Liter fassenden Wassersack, mit dem der Hubschrauber wenige Minuten später Löschmittel aus den Vorratsbecken aufnimmt und nach einer kurzen Flugstrecke über dem Brandherd abwirft. Von den geplanten zwölf Würfen kann der Helikopter aber nur die Hälfte absolvieren, dann klemmt das Ventil am „Bambi Bucket“ – der Begriff stammt aus Australien, wo die Löschhubschrauber zum Einsatz kommen, um Waldbewohner wie Rehe, also „Bambis“, zu schützen. So verabschiedet sich die Besatzung nach dem Auftanken aus dem eigens für die Übung angerückten Tankwagen und fliegt zurück zu ihrem Stützpunkt nach Blumberg bei Ahrensfelde.

„Alles in allem können wir zufrieden sein. Die Koordination hat trotz des Nebels recht gut geklappt, und wo es Probleme gab, haben wir improvisiert“, sagt Volker Lehmann. Nachholbedarf sieht er allerdings bei der Beherrschung der Technik. „Wir müssen sicherstellen, dass die Wehren ihre gesamte Ausrüstung, die sie zu einem solchen Einsatz mitbringen, auch sofort einsetzen können und nicht erst probieren müssen, wie das ein oder andere Gerät funktioniert. Aber wir haben gleich die Chance genutzt, um Kameraden in diverse Gerätschaften einzuweisen.“

zur Startseite

von
erstellt am 13.Apr.2014 | 22:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen