Wittenberger Schüler : Mit 15 selbstständiger Webdesigner

Hier am Computer arbeitet Leo Schmahl an den Websites.
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Hier am Computer arbeitet Leo Schmahl an den Websites.

Leo Schmahl ist noch Schüler und trotzdem bereits als ordentlicher Unternehmer beim Finanzamt gemeldet

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20. August 2016, 12:00 Uhr

Leopold Schmahl, kurz Leo genannt, ist Schüler, genießt noch seine Ferien, bevor er Anfang September wie Hunderte junge Prignitzer wieder zur Schule muss, in seinem Fall in die 10. Klasse des Wittenberger Marie-Curie-Gymnasiums. Das ist der völlig normale Alltag eines 15-Jährigen.

Leo hat aber noch einen anderen, für einen jungen Mann seines Alters sehr ungewöhnlichen Alltag. Er ist ganz offiziell freiberuflicher Webdesigner, ist, wie es sich von Gesetzes her gehört, beim Finanzamt ordentlich als Unternehmer angemeldet

Leo ist ein ruhiger, sympathischer junger Mann. Große Worte liegen ihm nicht. Man spürt, dass er stolz ist, der wahrscheinlich jüngste Freiberufler in der Prignitz zu sein. Zurückhaltend berichtet er, mit wem er zusammenarbeitet, für welche Unternehmer er bereits Websites gestaltete und pflegt.

Schon vor einem Jahr, da war Leo noch 14, ist er selbstständiger Unternehmer geworden. Vater Mirko Schmahl sagt: ,„Wir als Familie waren etwas skeptisch, was den Erfolg, auch den kommerziellen, von Leos Projekt angeht. Es hat uns als Eltern auch etwas Überwindung gekostet, unseren Sohn, der ja gerade Jugendweihe gehabt hatte, offiziell als Unternehmer anzumelden, um dann für seriöse und bekannte Einrichtungen bzw. Unternehmen tätig zu werden.“ Immerhin seien die Eltern ja als gesetzliche Vertreter verantwortlich, nicht nur juristisch, sondern auch moralisch.

Andererseits, das sagt der Vater auch, habe sich ihr Sohn bereits in sehr jungen Jahren für alles Kaufmännische, für Handel und Gewerbe interessiert. Kurz erzählen Vater und Sohn die Episode, wie Leo im elterlichen Garten mal einen kleinen Kiosk betrieb mit Getränken und Süßigkeiten.


TGW fördert jungendliche Initiative


Als für Leo Computer immer interessanter wurden, nutzte der Schüler das Internet zunehmend für seine Interessen, fand Freude am Gestalten, spürte auch bald, „dass mir das Kreative liegt“. Auf seiner eigenen Website schreibt der Jungdesigner: „Es war einfach toll, wie sich das komplette Erscheinungsbild meiner ersten Homepage durch Kleinigkeiten wie das Variieren von Farben und Bildern änderte. Ich fing an, fast täglich eine neue Website zu erstellen, es machte mir einfach zu großen Spaß.“

Das bekräftigt der Schüler im Gespräch mit dem „Prignitzer“. Auch wenn es zunächst mehr Spielerei gewesen sei, hat die ganze Sache einen positiven Nebeneffekt: „Ich lernte viel über das Designen von Websites und die entsprechende Technik. Was er wissen muss, um Seiten zu gestalten, das Arbeiten mit den Programmen, welche überhaupt in Frage kommen und wie man sie nutzt, „das habe ich mir nach und nach selbst beigebracht“, erzählt Leo fast nebenbei. Wie gesagt, er ist keiner, der mit großen Worten umgeht.

Einen weiteren Sprung nach vorn bedeutet für Leopold das in der 9. Klasse obligatorische Praktikum. Leo konnte es im Technologie- und Gewerbezentrum (TGW) absolvieren. Dass er sich jetzt auch mit um den Internetauftritt des TGW im Netz kümmert, steht damit im engen Zusammenhang. TGW-Chefin Sandra Balkow kann sich sehr gut an ihren Praktikanten erinnern. „Leo ist sehr kreativ, er hat gute Ideen, die er auch umsetzen kann, fragt nach, wenn ihm Dinge nicht klar sind, will etwas lernen. Wir haben mit ihm während des Praktikums sehr gute Erfahrungen gemacht.“ Balkow betont, dass es zu den vordergründigen Aufgaben des TGW gehöre, „solche jungen Initiativen zu unterstützen“. „Deshalb haben wir Leo auch gern in die Gestaltung unseres TGW-Auftritts im Netz miteingebunden.“

Leopolds Vater ist, wie er sagt, „beeindruckt, dass mehr oder weniger fremde Menschen Leo so etwas zu trauen und ihn als ernst zu nehmenden Partner sehen“. „Diese selbst erfolgreichen und kreativen Leute sind von der Leistung und der Zielstrebigkeit Leos beeindruckt und haben ihm auch darum eine Chance gegeben“, freut sich Mirko Schmahl. Gleichzeitig würden sie Mut beweisen, einem erst 15-Jährigen die Erstellung ihrer Website, einem Aushängeschild ihres Unternehmens, zu übertragen.

Und wie vereinbart der Jungunternehmer seine Selbstständigkeit mit der Schule? „Die Schule hat auf jeden Fall Vorrang“, sagen Sohn und Vater unisono. So wie Leo erzählt, ist es bisher auch kein Problem, beides unter einen Hut zu bringen. So wie andere ein Hobby haben, das sie in ihrer Freizeit betreiben, befasst er sich mit dem Anlegen, der Gestaltung und der Pflege von Internetauftritten. Ob darin mal die berufliche Zukunft liegt, kann sich Leo vorstellen, will sich aber noch nicht festlegen.

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