Stadtumbau Lenzen : Missstände sollen verschwinden

Das Eckgebäude Hamburger Straße 30/31 ist dringend sanierungsbedürftig.
Das Eckgebäude Hamburger Straße 30/31 ist dringend sanierungsbedürftig.

BIG-Städtebau und Bauamt haben neue Strategie zum Erhalt von Denkmalen in Lenzen entwickelt. Bis zum Jahr 2022 sollen 60 Prozent davon saniert werden.

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27. Dezember 2017, 12:00 Uhr

In Lenzens Innenstadt hat sich in den vergangenen Jahren viel getan. Zahlreiche vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und dem Archäologischem Landesmuseum als Einzeldenkmäler ausgewiesene Gebäude wurden im Sanierungsgebiet „Alter Stadtkern“ saniert oder teilsaniert. Dazu gehören bekannte Anlagen wie Burg und Kirche, aber auch Straßen und Privathäuser. Dafür gab es Fördermittel aus Bund-Länder-Programmen sowie Eigenmittel.

„In Lenzen haben wir im Gegensatz zu anderen Städten eine wirklich hohe Dichte an Einzeldenkmälern. Nach wie vor gibt es aber noch eine Vielzahl städtebaulicher Missstände“, weiß Claudia Ludwig von der BIG-Städtebau GmbH, die die Stadt bei den Sanierungsmaßnahmen betreut. Laut Bauamt stehen in dem 18,4 Hektar großen Sanierungsgebiet derzeit noch 49, zum Teil stadtbildprägende Gebäude, mit 88 Wohneinheiten leer.
Die BIG-Städtebau hat deshalb zusammen mit dem Bauamt der Stadt eine sogenannte Altbauaktivierungsstrategie mit dem Ziel entwickelt, die Substanz „schwieriger Objekte zu erhalten und die Gebäudesanierung konsequent fortzusetzen“, erklärt Ludwig. Für 35 Gebäude, davon sind 17 Einzeldenkmäler, hat man in den vergangenen Monaten objektbezogene Steckbriefe angefertigt. Ehrgeiziges Ziel: Bis zum Jahr 2022 sollen 60 Prozent davon saniert werden.
Zunächst einmal wurde versucht, die Eigentümer sanierungsbedürftiger Häuser ausfindig zu machen. „Das war verhältnismäßig erfolgreich. Einen Eigentümer haben wir sogar im Ausland erreicht“, berichtet Claudia Ludwig. „Zudem haben wir auch erreicht, dass Banken bei Objekten plötzlich gesprächsbereit sind, wo jahrelang kein Herankommen war.“
Oberste Priorität bei der Umsetzung der Strategie hat nach Ansicht der Projektmanagerin die Sanierung der Gebäude durch den Eigentümer selbst, mit oder ohne städtebaulicher Fördermittel, „weil das vom Zeitablauf der schnellste Weg wäre.“ Aber auch bei einem Eigentümerwechsel will man dem neuen Besitzer bei der Sanierung helfend und beratend zur Seite stehen.
Eine andere Variante der Strategie ist der Zwischenerwerb der Gebäude durch die Stadt, die dann eine umfassende Sicherung vornimmt und so den Bestand erhält. Damit haben die Lenzener schon gute Erfahrung gemacht. So wurde vor einigen Jahren mit Fördermitteln das ehemalige Hotel „Deutsches Haus“ in der Hamburger Straße 48/49 durch die Erneuerung des Daches und dank dringend erforderlicher Reparaturen an statisch-relevanten Bauteilen vor dem drohenden Verfall gerettet und später umfangreich saniert. Heute ist es vermietet.
Und das nächste Vorhaben der Stadt steht in den Startlöchern. So hat man mit dem Eckgebäude Hamburger Str. 30/31 eines der 35 Objekte auf der BIG-Städtebau stehenden Sanierungsliste erworben. Dort mussten umfangreiche Notsicherungsmaßnahmen wegen „Gefahr in Verzug“ vorgenommen werden. Später soll auch das einstige Geschäftshaus umfassend saniert werden.
„Es gibt hier mehr zu tun, als Geld dafür da ist“, weiß auch Claudia Ludwig. Hoffnung setzt man deshalb auf die Ergebnisse eines im Frühjahr des kommenden Jahres in Lenzen geplanten Workshops mit Vertretern von Landes- und Denkmalbehörden. Die hätten mittlerweile erkannt, dass die Kommune finanziell den Erhalt der vom Verfall bedrohten Einzeldenkmäler im Altstadtkern nicht allein bewerkstelligen kann.



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