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Energiepreise in der Prignitz : Mischmasch bei Strom und Gas

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Energieversorger geben Mehrkosten durch höhere EEG-Umlage und Netzentgelte nicht oder nur begrenzt an ihre Kunden weiter

svz.de von
erstellt am 07.Jan.2017 | 05:00 Uhr

Viele Strom- und Gaskunden im Landkreis haben in den vergangenen Wochen Post von ihren Strom- und Gasanbietern bekommen. Inhalt waren die neuen Tarife, die zu Jahresbeginn in Kraft traten. Dabei gab es unterschiedliche Entwicklungen, die sich aus dem Zusammenspiel von höheren Umlagen und Gebühren bei Strom sowie zum Teil günstigeren Beschaffungskosten ergaben.

Die Wemag hat ihre Gaspreise deutlich reduziert und damit an die Entwicklung des Vorjahres angeknüpft, als es schon eine Senkung gab. Damit wurden niedrigere Bezugs- und Netzpreise weitergegeben. Haushalte sparen auf diese Weise nach Unternehmensangaben durchschnittlich 100 Euro pro Jahr, zum Teil auch mehr.

Bei Strom stiegen die Kosten je nach Tarif um 3,2 bis 3,4 Prozent. Das bedeutet Mehrausgaben von etwa 1,2 Cent je Kilowattstunde, was sich pro Haushalt im Jahr auf 30 bis 40 Euro summiert. Die gestiegenen Kosten durch höhere Netzentgelte und EEG-Umlagen gibt das Unternehmen nur zum Teil an seine Kunden weiter.

Der Strom konnte günstiger eingekauft werden, dieser Vorteil wird von der Wemag komplett an die Kunden weitergegeben. Zuvor waren die Tarife zwei Jahre stabil geblieben.

Bei den Stadtwerken Pritzwalk steigen die Brutto-Strompreise, die Erhöhung fällt mit 0,62 Cent je Kilowattstunde moderat aus. Die Modellrechnung für eine vierköpfige Familie mit einem Jahresverbrauch von 2500 Kilowattstunden ergibt Mehrkosten von 15 Euro. Es sei gelungen, den Strom günstiger einzukaufen, dieser Vorteil komme den Kunden zugute, so das Unternehmen. Die Strompreise waren in den vergangenen vier Jahren stabil geblieben.

Der Gaspreis der Stadtwerke bleibt 2017 gleich. Bei diesem Energieträger fand 2013 die letzte Anpassung statt, damals sanken die Tarife.

Die Stadtwerke Wittenberge halten ihre Strompreise konstant. Günstiger Stromeinkauf und Kosteneinsparungen innerhalb des Unternehmens hätten dies ermöglicht, so die Stadtwerke. Beim Gastarif gibt es, wie bereits im Vorjahr, eine Preissenkung. Dadurch sparen Kunden im Durchschnitt etwa 80 Euro im Jahr ein.

Bei der Prignitzer Energie- und Wasserversorgungsunternehmen GmbH Perleberg (PVU) führten die verbesserten Einkaufskonditionen in allen Erdgastarifen zu niedrigeren Preisen. Beim am stärksten genutzten sinkt der Arbeitspreis Brutto von 5,13 Cent pro Kilowattstunde auf 4,65 Cent. Ein Haushalt mit einem Erdgasjahresverbrauch von 20  000 KWh spart damit etwa 96 Euro im Jahr. Die letzte Gaspreissenkung gab es 2016 von 5,28 auf 5,13 Cent pro Kilowattstunde.

Die Strompreise der PVU steigen zwar, das Unternehmen gibt die Kostensteigerungen bei EEG-Umlage und Netzentgelten jedoch nicht komplett an die Kunden weiter. Staatliche Umlagen und Netzentgelte erhöhten sich allein im Arbeitspreis zum Jahresbeginn um 1,69 Cent pro Kilowattstunde. Die von PVU beeinflussbaren Preisbestandteile Einkauf, Vertrieb und Service sinken durch höhere Effizienz um 0,78 Cent pro Kilowattstunde. Damit erhöht PVU den Arbeitspreis um 0,91 Cent pro Kilowattstunde. Der Grundpreis steigt um einen Jahresbetrag von 1,96 Euro. Ein Haushalt mit einem Jahres-Stromverbrauch von 2500 KWh zahlt damit etwa 25 Euro mehr.

2015 hatte PVU eine Strompreissenkung vorgenommen. Diesen Preis hielt die PVU auch 2016. Ein Grund für die günstige Preisstruktur ist die im Vergleich zu anderen Energieversorgern kleine Belegschaft von 29 Mitarbeitern.

Eon hielt sich bei konkreten Informationen bedeckt, will aber die Strom- und Gaspreise aus Wettbewerbsgründen vorerst auf dem Niveau von 2016 halten.  

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