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Der Prignitzer

14. Dezember 2017 | 02:00 Uhr

Perleberg : Miniwarenhaus der Tafel öffnete

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Bekleidung, Schuhe, Haushaltswaren und Spielsachen werden angeboten und eben auch sehr nachgefragt

svz.de von
erstellt am 06.Feb.2016 | 15:00 Uhr

Hosen, Jacken, Blusen, Schuhe für kleine und für große Füße, aber auch Geschirr und Kochtöpfe – all das gibt es seit einigen Tagen bei der Tafel in Perleberg. Wie in einem Miniwarenhaus sieht es in dem Raum aus, den die Mitarbeiter eigens dafür hergerichtet und ausgestattet haben. Regale, sprich Warenträger, wurden aufgestellt und dort, wo bislang die Schränke der Mitarbeiter ihren Platz hatten, ist eine kleine Garderobe entstanden, in der man das neue Kleidungsstück zuvor auch anprobieren kann.

Konkurrenz wolle man der Awo-Kleiderkammer keinesfalls machen, spricht Marlies Müller, Vereinsvorsitzende der Prignitzer Tafeln, offen an, was einem sofort durch den Kopf geht. Vielmehr sei die Idee geboren, als die ersten, den Arm voller Sachen, die sie nicht mehr benötigten, in der Tür standen. Sie hätten von den vielen Asylbewerbern und Flüchtlingen gelesen, die hier täglich vorbei schauen und sicher das eine oder andere gebrauchen könnten. „Und so ist es auch“, bestätigt Marlies Müller. 209 Bedarfsgemeinschaften mit 358 Personen, darunter 135 Kinder, seien inzwischen bei der Perleberger Tafel gemeldet, schauen regelmäßig vorbei, vor allem, um einzukaufen. Und immer wieder werde da auch nach Sachen zum Anziehen und für den Haushalt gefragt.

Das gleiche Bild auch in den anderen Ausgabestellen. „Was wir da stehenden Fußes eingerichtet haben, war nur ein Notbehelf. Der Platz reicht nicht, fehlt uns dort für die Lebensmittelausgabe“, so die Vereinsvorsitzende.

So kam Perleberg ins Gespräch. Übrigens, 2006/2007 gab es hier schon einmal eine Kleiderkammer bei der Tafel. „Doch der Platz reichte so schon hinten und vorne nicht.“ So habe man das kleine Warenhaus wieder schließen müssen. Inzwischen wurden dort einige Räume zusätzlich angemietet, so dass jetzt auch Platz für eine Mini-Kleiderkammer ist. Damit diese stets gut gefüllt ist, nehme man hier alles an – Bekleidung von ganz klein bis ganz groß, Haushaltswäsche, Geschirr, Spielzeug und vieles mehr. Voraussetzung: Es muss sauber, heil und funktionstüchtig sein. „Was anderes bieten wir nicht an“, betont Marlies Müller.

Nicht nur Asylbewerber und Flüchtlinge schauen hier nach einem neuen Stück, „auch etliche unserer anderen Besucher nutzen gern das Angebot“, berichtet Marlies Müller. Denn zusätzlich zu den Asylbewerbern und Flüchtlingen sind hier noch weitere 438 Bedarfsgemeinschaften mit 773 Personen, davon 285 Kinder gemeldet. Und die Tendenz sei steigend. „Täglich melden sich neue bei uns“, berichtet Marlies Müller. Das heißt auf der anderen Seite, immer mehr Lebensmittel, immer mehr zum Verteilen werde benötigt. An die 2000 Kilometer fährt die Perleberger Tafel wöchentlich, um von Discountern, Großhändlern oder anderen Tafeln Ware zu holen und die eigenen Ausgabestellen damit zu beliefern.  

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