Landwirtschaft : Minister kämpft um jeden Hektar Acker

Neue Windkraftanlagen in Brandenburg sollen laut Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger (SPD) künftig verstärkt in Wäldern errichtet werden. Der fortgesetzte Verbrauch landwirtschaftlicher Flächen müsse gestoppt werden, sagte der Minister. dapd
Neue Windkraftanlagen in Brandenburg sollen laut Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger (SPD) künftig verstärkt in Wäldern errichtet werden. Der fortgesetzte Verbrauch landwirtschaftlicher Flächen müsse gestoppt werden, sagte der Minister. dapd

Neue Windkraftanlagen in Brandenburg sollen laut Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger (SPD) künftig verstärkt in Wäldern errichtet werden. Der fortgesetzte Verbrauch landwirtschaftlicher Flächen müsse gestoppt werden, sagte der Minister gestern in Potsdam.

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15. Mai 2012, 08:06 Uhr

Potsdam | Neue Windkraftanlagen in Brandenburg sollen laut Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger (SPD) künftig verstärkt in Wäldern errichtet werden. Der fortgesetzte Verbrauch landwirtschaftlicher Flächen müsse gestoppt werden, sagte der Minister gestern in Potsdam. Es sei ein "Kampf um jeden Hektar" entbrannt. Durchschnittlich gingen in Brandenburg aufgrund von Bauprojekten und Investitionen täglich sechs Hektar Agrarfläche verloren. Der Hauptgeschäftsführer des Landesbauernverbands, Wolfgang Scherfke, sagte, auch Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen für Windräder im Wald dürften nicht auf Kosten der Agrarflächen gehen.

Die künftig geltenden Bedingungen für EU-Beihilfen in der Landwirtschaft dürfen laut Vogelsänger nicht die Kommunen und das Land Brandenburg überfordern. Wenn bis zu 50 Prozent gegenfinanziert werden müssten, könnten die EU-Mittel vielfach nicht abgerufen werden, warnte der Minister. Derzeit müssten Land und Kommunen 25 Prozent der EU-Mittel kofinanzieren.

Vogelsänger verwies auf entsprechende Reformpläne der EU-Kommission. Angesichts der ablehnenden Haltung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu den Brüsseler Plänen "habe ich kein Problem damit, ihr den Rücken zu stärken".

Milch aus Brandenburg kann nach Ansicht von Vogelsänger am sichersten auf dem Wege der Direktvermarktung erworben werden. Es sei "ärgerlich", wenn Milcherzeuger von außerhalb "so tun, als stamme ihre Milch aus der Region", sagte der SPD-Politiker. Laut Landesbauernverband wäre Brandenburg mit 1,3 Millionen Tonnen Jahresproduktion theoretisch in der Lage, die Hauptstadtregion mit ihren knapp sechs Millionen Einwohnern allein mit Milch zu versorgen. Vogelsänger reagierte damit auf die Kritik des Berliner Grünen-Politikers Hans-Christian Ströbele, der kürzlich entdeckt hatte, dass Milch mit dem Aufdruck "Mark Brandenburg" gar nicht in der Region, sondern in Köln abgefüllt wird.

Die 22. Brandenburgische Landwirtschaftsausstellung (Brala) öffnet morgen im havelländischen Paaren/Glien ihre Tore. Bis Sonntag präsentieren sich rund 700 Aussteller aus Landwirtschaft, Fischerei, Gartenbau und Landtourismus, wie die Veranstalter ankündigten. zudem halten die Bauern ihre Landesversammlung ab. Auf der Brala werden laut Agrarministerium über 1000 Tiere gezeigt, darunter 150 Rinder, 60 Schweine, 100 Pferde sowie 80 Schafe. Besucher können eine Schaukäserei sowie einen Garten mit 1500 Pflanzensorten besichtigen, alte und heutige Landtechnik bestaunen oder sich in einem Haustierpark umschauen.

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