Kirche in Lennewitz : Mini-Kirche bekommt Anstrich

Andreas Haufe (v.r.), Manfred Nebelin und Bernd Schabrahn vom Gemeindekirchenrat auf der Baustelle.
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Andreas Haufe (v.r.), Manfred Nebelin und Bernd Schabrahn vom Gemeindekirchenrat auf der Baustelle.

Turm des Lennewitzer Gotteshauses wird saniert. Wahre Pracht im Innern

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03. September 2017, 07:00 Uhr

Die Farbe über dem Putz angeschwärzt, die Eichenbretter der historischen Uhr verblichen: Zirka 20 Jahre nach der letzten großen Sanierung kann die Lennewitzer Kirche eine kleine Frischekur durchaus vertragen. Das sehen auch die Kirchengemeindemitglieder Andreas Haufe, Manfred Nebelin und Bernd Schabrahn so.

Seit Ende vergangener Woche kündet das Baugerüst am Kirchtum, dass sich bald etwas tut. „Die Farbe hatte einfach nicht mehr die Qualität“, erklärt Andreas Haufe vom Gemeindekirchenrat. Die Anzeichen der Verwitterung an der stark beanspruchten Wetterseite sorgten dafür, dass der Turm optisch nicht zum Rest des Kirchenschiffes passte. Nun wird die Fassade mit einem Druckreiniger gesäubert, dann könne nach einer Farbanalyse der entsprechende Farbton wieder auf die Nuance genau angemischt werden. Ein Malermeister aus Bad Wilsnack habe den Zuschlag für die Arbeiten erhalten. Vorsicht bei der Druckreinigung ist geboten, denn der Putz sei stellenweise nur wenige Millimeter dünn. Die Ziffernblätter der Turmuhr seien aus Denkmalschutzgründen zuletzt mit biologischen Farben gestrichen worden, das halte allerdings nicht so lange der Witterung stand, so Andreas Haufe. In puncto Kosten ist von einem mittleren vierstelligen Betrag die Rede. Das Geld stamme komplett aus Mitteln der Kirchgemeinde. „Das ist jedenfalls keine Größenordnung, wo man sich Finanzmittel leihen muss“, so Andreas Haufe. „Die Gelder sind seit Jahren in den Haushalt eingestellt gewesen“, ergänzt Manfred Nebelin. Und wo das Gerüst nun schon einmal steht und man sich die Dachdeckung genauer anschaut, stellten die Mitglieder der Kirchgemeinde auch fest, wo der eine oder andere Ziegel fehlt. „Zudem sollte man bei den Schalllöchern am Turm überprüfen, ob dort nicht gleich Kupferbleche auf die Simse kommen“, schätzt Bernd Schabrahn ein.

Die Jugendstilkirche wurde ab 1908 von Regierungsbaurat Hans-Georg Büttner erbaut, der auch für die Bauten in Bälow und Helle verantwortlich zeichnete. 1910 wurde sie fertiggestellt, an selber Stelle wie der Vorgängerbau. An die alte Kirche erinnern noch heute Fundamentsteine an den Eingängen zum Friedhof. Zu DDR-Zeiten bot die Kirche keinen schönen Anblick. Der Staat hatte nur wenig Interesse an ihrer Erhaltung. Regelmäßige Unwetter hatten Ziegel vom Dach geschlagen, die durch die Kassettendecke schlugen, Regen drang ein, Balken wurden marode. „Um 1978/79 konnte man hier wirklich keinen Gottesdienst mehr abhalten“, so Andreas Haufe. Mit Balkenschuhen und Zugankern wurde verhindert, dass der Bau auseinander fällt. Dann kam die Wende und mit ihr das Geld. Mitglieder eines Berliner Rotary-Clubs brachten 60  000 Mark nach Lennewitz, die fachgerechte Sanierung konnte beginnen. 2006 wurde sie mit einer letzten Holzwurmbegasung abgeschlossen.

Nur 34 Einwohner leben in Lennewitz. Mit fünf Mitgliedern im Gemeindekirchenrat der seit 1993 eigenständigen Kirchgemeinde kommt man auf einen hohen Durchschnitt an Aktiven. Und die wollen auch weiterhin fleißig Spenden sammeln um ihr Gotteshaus in Schuss zu halten, etwa mit einer Kollekte bei Konzerten oder beim kleinsten Weihnachtsmarkt der Prignitz im Dezember.

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