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Martyrium nach Tagen beendet : Mimi aus 30 Metern Höhe gerettet

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Katze saß drei Tage im Baum fest. Die Feuerwehr konnte nichts tun. Übers Internet kam Hilfe

von
erstellt am 06.Feb.2017 | 21:00 Uhr

Nach drei Tagen hatte das Martyrium von Mimi am Samstag endlich ein Ende. Die etwa sechs Monate alte Katze wurde aus ihrem luftigen Gefängnis in 30 Metern Höhe gerettet. „Ich bin froh, dass sie wohlbehalten wieder unten ist. Vielen Dank an die Helfer“, sagte Frauchen Britta Trampnau gestern, als sie sich in unserer Redaktion meldete.

Wahrscheinlich war es die Abenteuerlust, die Mimi in eine Kiefer auf dem Grundstück der Familie gelockt hatte. Hoch kam sie leicht, runter aber nicht mehr. „Mittwoch ist sie verschwunden, als ihr Futter am Abend immer noch da war wusste ich, dass etwas nicht stimmt“, erzählt Britta Trampnau.

Gemeinsam mit ihrem Sohn Thomas suchte sie nach dem Stubentiger. Dann vernahm sie leise Geräusche, konnte ihre Herkunft aber nicht orten. „Wir dachten erst, es kommt aus der Scheune. Da war aber nichts, und es war dunkel. Zum Glück habe ich eine starke Taschenlampe. Mit der habe ich dann an den Bäumen nach oben geleuchtet und in etwa 20 Metern Höhe die gelben Augen von Mimi gesehen.“ Doch statt nach unten, trieb es Mimi noch weiter in die Höhe. So musste die Samtpfote lange ausharren, denn Hilfe war nicht in Sicht. Die Tage vergingen, auf Arbeit konnte Britta Trampnau an nichts anderes als ihre Katze denken. „Sie ist mit ihren sechs Monaten noch so jung. Und kalt war es in den Nächten auch, außerdem hat es mal geregnet.“ Doch die Feuchtigkeit sei im Grunde hilfreich gewesen. „So bekam sie wenigstens Wasser, Katzen können ohne Flüssigkeit schnell einen Nierenschaden davon tragen.“

Selbst die Wittenberger Feuerwehr war in diesem Fall machtlos. Das Grundstück am Waldrand ist an dieser Stelle schwer zugänglich für die technische Ausrüstung der Blauröcke. Letzte Hoffnung der Familie war das soziale Netzwerk Facebook. Dort berichtete Thomas Trampnau von der Katze in Not. „Wir bekamen sehr viele Tipps und die Anteilnahme war groß. Das ist wirklich toll“, freut sich Britta Trampnau. Die Nachricht verbreitete sich bis zum Forstbetrieb und Landschaftsbau von André Kugler aus Wentdorf. Der benachrichtigte seinen Mitarbeiter Nico Engemann, der in Wittenberge wohnt, und dann startete am Samstagmittag die Rettungsaktion. „Ich bin den Baum hinauf geklettert, es war keine große Aktion, es hat alles geklappt“, erzählt Engemann gestern beim Vor-Ort-Termin in der Waldstraße. Mit Klettereisen an den Füßen arbeitete er sich nach oben. Dabei gab ihm eine Schlinge Halt, die er um den Baumstamm legte und mit nach oben führte. „Aber eine Katze habe ich noch nie gerettet. Bisher bin ich immer mit einer Säge den Baum hoch.“ Nur etwa 15 Minuten dauerte die Aktion. Mimi schien anfangs nicht begeistert gewesen zu sein, als sie ihren Retter erblickte. „Sie kratzte mich. Ist doch klar, sie hatte eben Angst“, sagt Nico Engemann. Britta Trampnau war gar nicht dabei, als Mimi wieder festen Boden unter den Pfoten hatte. „Ich musste arbeiten. Aber als ich am Telefon hörte, dass sie gesund und munter ist, habe ich mich sehr gefreut und fast noch eine rote Ampel überfahren“, schildert Frauchen.

Auch gestern ist die Katze noch sehr ängstlich, will beim Fototermin mit dem „Prignitzer“ am liebsten gar nicht dabei sein. Nur mit vereinten Kräften schaffen es Britta und Thomas Trampnau, die Gerettete kurz festzuhalten. „Sie muss sich noch erholen, sie schläft viel“, sagt Britta Trampnau. Eine Lehre seien ihr diese drei Tage bestimmt.

 

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