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Großbrand in Perleberg : Millionenschaden und Betroffenheit

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Großbrand im Perleberger Geschäfts- und Wohnhaus Berliner Straße 1: Raumausstatter-Geschäft zerstört, viele Mieter ohne Wohnung

von
erstellt am 23.Jan.2015 | 21:00 Uhr

Unverhofft kam das Unglück, und die schwarzen Rauchschwaden breiteten sich mit rasanter Geschwindigkeit aus. Hauptbetroffener des folgenschweren Brandes vom Donnerstagabend (wir berichteten gestern auf Seite 1 sowie fortlaufend bei Facebook) in der Berliner Straße 1: die Perleberger Filiale der Raumausstatter-Kette Haack.

Am 1. September 2011 wurde mit der Eröffnung des Geschäftes auf mehr als 400 Quadratmetern an diesem Standort ein langjähriger Leerstand beseitigt. André Schubert, seit 1994 bei Haack in Grabow (Landkreis Ludwigslust) beschäftigt und Geschäftsführer der beiden Märkte in Grabow und in Perleberg, war gestern Vormittag sichtlich mitgenommen.

Genauso wie er selbst tappten die Brandursachenermittler zu diesem Zeitpunkt noch im Dunkeln, was den Auslöser des verheerenden Feuers anbelangte. Sicher ist nur, dass das Unheil in den Lagerräumen des Marktes seinen Anfang nahm. Erste Schadensschätzungen bewegen sich um die Summe von einer Million Euro. Vier Mitarbeiter sind im Perleberger Haack-Geschäft tätig. Wie, wann und wo es weitergeht, dazu konnte André Schubert gestern noch nicht viel sagen. Offene Kundenaufträge wolle man zunächst versuchen, über die Grabower Filiale abzuarbeiten.

Unterschiedlich stark mitgenommen sind die anderen Räume im Wohn- und Geschäftshaus. Während die Roland-Apotheke relativ normal weiterarbeiten konnte, sind die Büros unserer Tageszeitungsredaktion und des Prignitz-Express, die der dortigen Krankenkassen und die von Antenne Brandenburg derzeit nicht nutzbar.

Wie Antenne-Büroleiterin Angelika Schramm gestern mitteilte, werden die Regionalnachrichten des rbb-Senders vorerst nicht mehr in der Rolandstadt produziert. „Wir senden ab Montag aus Potsdam für die Prignitz“, sagte sie. Zur Erreichbarkeit von „Prignitzer“-Redaktion, Anzeigenberatern und Geschäftsstelle sind die wichtigsten Informationen oben rechts in einem Infokasten zusammengefasst.

In einem großen Teil des Gebäudes legte sich eine schwarze, ölige Schicht auf Wände, Decken, Möbel, Technik, auf Fenster und Türen. Giftige Dämpfe breiteten sich bereits am Donnerstagabend überall aus, waren auch gestern noch im Gebäude unterwegs und spürbar. Der unumgängliche Löschwassereinsatz tat sein Übriges. Überprüft werden soll nun zeitnah die Statik des großen Eckgebäudes. An der Tragfähigkeit bestimmter Bereiche des Hauses gibt es nach dem Großbrand Zweifel.

Während Hans-Jürgen Kiefer, einer der hier wohnenden Mieter und Inhaber des nahegelegenen Perleberger Gästehauses, seine vier Wände wohl weiter nutzen kann, kommen andere Mieter, die der „Prignitzer“ gestern befragte, vorübergehend bei Verwandten unter. Ihre Wohnung ist stärker in Mitleidenschaft gezogen. Sie erfuhren vorgestern beim Einkaufen in einem Supermarkt um die Ecke, dass es in ihrem Wohnhaus brennt, und eilten sofort nach Hause.

Hans-Jürgen Kiefer organisierte über sein Gästehaus-Team die Versorgung der Feuerwehrleute, die stundenlang im Einsatz waren. Auch gestern mussten sie tagsüber immer noch bereit stehen, um den Unglücksort zu überwachen, Glutnester zu löschen und somit ein erneutes Aufflammen des Feuers zu verhindern.  

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