Tuchfabrik : Millionen fließen für ihre Zukunft

Pritzwalkererfahren, was aus der Fabrik wird.
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Pritzwalkererfahren, was aus der Fabrik wird.

Schulungsräume, Wohnungen, Museum: Beim Tag der offenen Baustelle gab es jede Menge Infos über den Wandel

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08. Dezember 2014, 08:00 Uhr

In drei Bauabschnitten wird derzeit in Pritzwalk das historische Gebäude der Quandtschen Tuchfabrik umgebaut. In Kombination mehrerer Förderprogramme kann der riesige Gebäudekomplex saniert und modernisiert werden. Am Sonnabend folgten zahlreiche Interessierte der Einladung der Stadtverwaltung, sich bei einem Tag der offenen Baustelle selbst ein Bild von den Veränderungen zu zu machen.

Bis 1945 gehörte die Tuchfabrik der Industriellenfamilie Quandt. Von 1953 bis 1993 diente das Gebäude der Kreisverwaltung und stand anschließend fast 20 Jahre leer. Nach dem Umbau wird der südliche Teil des großen Denkmalkomplexes Räume und Kabinette für die Pritzwalker Bildungsgesellschaft beherbergen. In diesen Bereich werden etwa 3,4 Millionen Euro investiert. Die Kosten teilen sich zu jeweils einem Drittel Bund, Land und Kommune.

Im Hauptgebäude am Meyenburger Tor entstehen 30 Wohnungen, die altersgerecht ausgestattet werden und gut erreichbar sind. Für diesen Bereich werden etwa 3,5 Millionen Euro ausgegeben, die aus dem Stadtumbau und der Wohnungsbauförderung der Landesinvestitionsbank stammen. Ende 2016 können aus heutiger Sicht Mieter einziehen.

Der dritte Bauabschnitt wird Anfang nächsten Jahres begonnen und mit etwa 500 000 Euro Investsumme deutlich geringer ausfallen, sagt Silke Hildebrandt von der Pritzwalker Stadtverwaltung. Mit dieser Investition wird das Pritzwalker Museum mehr Raum erhalten. Etwa 1200 Quadratmeter Fläche stehen ihm mehr zur Verfügung. Eine Brücke schafft die Verbindung vom jetzigen Museum zum neuen Teil. Außerdem ist ein Zugang zum Turm der Tuchfabrik geplant. Auch hier teilen sich Bund, Land und die Kommune die Kosten zu je einem Drittel.

Viele Pritzwalker schwelgten bei der Besichtigung am Sonnabend in Erinnerungen und versuchten, im fast vollständig entkernten Gebäude alte Strukturen wieder zu erkennen. Bauamtsleiter Friedhelm Müller versuchte unterdessen, neue Strukturen in den Gebäuden aufzuzeigen.

„Wir haben uns bemüht, Aufträge an einheimische Firmen zu vergeben, was aber nicht immer gelang, weil oftmals gar keine Angebote abgegeben wurden“, sagt Dr. Ronald Thiel, stellvertretender Bürgermeister. Allerdings kommen die regionalen Firmen oftmals als Subunternehmer der Großauftragnehmer zum Zuge, so Thiel. Bis Mitte 2017 sollen die Bauarbeiten an dem Gebäudekomplex abgeschlossen sein.

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