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Perleberger einzeldenkmal wird saniert : Millionen Euro für Wohnungen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Wohnungsgesellschaft startet bereits im Mai mit der Komplettsanierung der Karl-Marx-Straße 8 in Perleberg.

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erstellt am 16.Feb.2017 | 05:00 Uhr

Die GWG Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft baut weiter. Bereits am 1. Mai ist Baustart für die Sanierung eines der ältesten Häuser in der Stadt und der Region. Die Rede ist von der Karl-Marx-Straße 8 und damit von einem einst komplett in Fachwerk errichteten Gebäude, das heute als Einzeldenkmal einen besonderen Status genießt.

Landesamt für Denkmalpflege und die Untere Denkmalbehörde des Landkreises sind so natürlich mit im Boot, betont GWG-Geschäftsführer Klaus Neumann. Unter anderem wurde eine Baustandsvoruntersuchung gemacht. Dabei sei man auf eine Farbgebung gestoßen, die erhaltenswert sei. „Wie wir das bewerkstelligen, müssen wir noch sehen. Wahrscheinlich wird der Bereich entsprechend verkleidet, um ihn zu schützen und zu erhalten“, so Neumann.

Entstehen sollen hier eine Wohnung oder Räumlichkeiten, die gewerblich genutzt werden. Kein leichtes Unterfangen bei einem Haus diesen Alters, das noch dazu in den Jahrhunderten mehrmals umgebaut wurde. Veranschlagte Kosten: Rund 540 000 Euro, davon 320 000 Euro Fördermittel. „Ich gehe davon aus, dass wir uns auch in diesem Kostenrahmen bewegen werden und können“, betont der GWG-Geschäftsführer. Allerdings sei es nicht einfach, auch Firmen zu finden, die so ein historisches Gebäude anfassen. So müssen die alten Balken mit Holzkeilen verzapft werden, um nur ein Beispiel zu nennen.

Für die GWG selbst ist diese Komplettsanierung alles andere als wirtschaftlich. Daran lässt Neumann auch keinen Zweifel. „Doch es handelt sich um ein Einzeldenkmal, das stadtbildprägend ist. Darum machen wir das.“

Wirtschaftlicher für die Gesellschaft und noch dazu ein Part in Richtung Zukunft sei das Vorhaben in der Dobberziner Straße. Hier baut die GWG neu. Auf dem Areal, das einst ein Kinderspielplatz war, mit der Schließung der damaligen DRK-Kita mehr und mehr zu einem wilden Spielplatz verkam, bis die letzten Geräte abgebaut wurden, soll wieder das Leben in geordneten Bahnen pulsieren.

Vier Häuser mit Drei-und Zwei-Raumwohnungen sollen hier entstehen. Wie viele es konkret werden, das werde gegenwärtig geplant. Denn das Problem sei der Höhenunterschied zwischen der Dobberziner Straße und dem Wiesengrund. Diesen müsse man ausgleichen, praktisch höhenversetzt bauen ohne dabei den Block Friedensstraße 1 bis 4 zuzubauen, erläutert Klaus Neumann die Herausforderung.

Barrierefreie Wohnungen von 60 und 75 Quadratmetern Größe sollen entstehen, die modernem Wohnkomfort entsprechen. „Wir streben an, die Grundmiete im Rahmen zu halten. Der Preis liegt heute bei sechs Euro pro Quadratmeter und aus jetziger Sicht ist das möglich.“

Die direkte Nachbarschaft zum DRK biete sich gerade für altersgerechtes Wohnen an. „Wir aber wollen, dass hier junge Familien wie auch ältere Menschen unter einem Dach wohnen“, sagt der Geschäftsführer. Mit dem Bau der Häuser werde auch die Fassade des Blocks in der Friedensstraße dem Neuen angepasst.

Rund 2,3 Millionen investiert die GWG in das Projekt– Eigenkapital plus Kredit. „Die Kredite am Markt sind günstig.“ Mit einer Wohnungsbauförderung der LIB habe man eine fünfzigprozentige Belegungsbindung, sprich Vergabe nur mit Wohnberechtigungsschein. „So ein großes Klientel haben wir hier nicht. Denn die Miete muss von den Bewohnern auch bezahlt werden können.“ Am 1. Oktober soll Baustart in der Dobberziner Straße sein und im Frühjahr 2018 möglichst schon Einzug gefeiert werden. In den vergangenen Tagen wurde auf dem Areal Baufreiheit geschaffen, Sträucher und Bäume abgeholzt. „Wir pflanzen natürlich auch neu, die ersten Bäume schon im März“, sagte Neumann. Entstehen soll eine parkähnliche Anlage.

Gestern begann die Perleberger Firma Horst Hemke und Fischer GmbH mit dem Bau der neuen Zufahrt zu dem Areal in der Dobberziner Straße.  

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