Feuerwehr rettet Ringfinger : Millimeterarbeit mit Happy End

Die Scheibe am Ringfinger des Mädchen musste von außen und innen fürs Abflexen fixiert werden. Fotos: Feuerwehr Perleberg
Die Scheibe am Ringfinger des Mädchen musste von außen und innen fürs Abflexen fixiert werden. Fotos: Feuerwehr Perleberg

Perleberger Feuerwehrleute befreien kleines Mädchen unter Einsatz einer Flex von einem Metallring am Finger

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09. März 2015, 20:00 Uhr

Aus einer misslichen Lage befreiten Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Perleberg ein kleines Mädchen aus Lenzen. Das Kind hatte sich am Freitag beim Spielen eine so genannten Spannscheibe auf den Ringfinger gesteckt – und bekam den stählernen Ring nicht mehr allein ab. Das zunächst klein anmutende Problem wuchs sich zu einem FFw-Einsatz in der Notaufnahme des Kreiskrankenhauses aus.

Dorthin hatte sich die Mutter mit ihrem Töchterchen begeben, in der Hoffnung, dass man dort die Spannscheibe vom Finger entfernen könne. „Hier wurde mit konventionellen Methoden und verschiedenen Kniffen auch alles versucht – leider ohne Erfolg“, berichtet Uwe Schleich, der den Feuerwehreinsatz am Freitagnachmittag leitete. Über den Rettungsdienst wurden um 14.22 Uhr die Feuerwehrleute angefordert, vier Kameraden rückten in die Dobberziner Straße aus. „Zwei, drei Mal hatten wir so ähnliche Einsätze schon“, sagt Uwe Schleich.

Da also alle anderen Methoden versagten, blieb nur, die etwa zwei Millimeter dicke Scheibe mit einer Flex aufzutrennen. Dafür setzte die FFw natürlich kein großes Gerät ein, sondern eine eher kleine, akkubetriebene Flex, die eigens für solche Fälle angeschafft worden war. Jedoch verursacht selbst die kleine Flex beim Schneiden von Metall unangenehme, laute Geräusche. Zudem entstehe natürlich Hitze, so Schleich. Anfangs hatte man die Situation dennoch gut im Griff. „Wir versuchten gemeinsam mit der Mutter, die Kleine zu beruhigen und bei Laune zu halten, machten Scherze.“ Die Nervosität allerdings stieg, das Mädchen wurde unruhig, weinte, musste aber andererseits die Hand ganz still halten, damit nichts passiert. Als einziger Ausweg blieb nur, die Kleine kurzzeitig in Narkose zu versetzen. Nun konnten die Blauröcke die Spannscheibe von außen und von innen, also direkt am Finger, fixieren und unter Einsatz von Wasser als Kühlmittel durchschneiden. Aufatmen nach insgesamt rund anderthalb Stunden: Finger gerettet, keine Verletzungen beim Entfernen. Ähnliche Situationen, so Uwe Schleich, habe man bereits mit Kugellagern erlebt. Wen so etwas irgendwo festsitze, sei der Einsatz noch erheblich aufwändiger, da Härtegrad und Materialstärke die Helfer vor ganz andere Herausforderungen stellen als eine kleine Spannscheibe.  

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