Mielke-Bunker in Biesenthal : Mielkes-Unterwelt letztmalig geöffnet

<strong>Der Hobby-Historiker und Bunker-Fachmann</strong> Paul Bergner öffnet  in Biesenthal  im sogenannten Mielke-Bunker eine Sicherheitstür. 'Objekt 17/5005' verschwindet wohl für immer hinter sechs Tonnen schweren Betonabdeckungen.<foto>Georg-Stefan Russew/dpa</foto>
Der Hobby-Historiker und Bunker-Fachmann Paul Bergner öffnet in Biesenthal im sogenannten Mielke-Bunker eine Sicherheitstür. "Objekt 17/5005" verschwindet wohl für immer hinter sechs Tonnen schweren Betonabdeckungen.Georg-Stefan Russew/dpa

Der Mielke-Bunker ist am Samstag zum vorerst letzten Mal zu besichtigen gewesen. Knapp 100 Besucher kamen um sich den zweigeschossigen Tiefbunker für den letzten Stasi-Chef Erich Mielke bei Biesenthal anzusehen.

svz.de von
07. Oktober 2012, 06:47 Uhr

Biesenthal | Der sogenannte Mielke-Bunker, verschwindet wohl für immer hinter sechs Tonnen schweren Betonabdeckungen. Am Wochenende konnten Besucher vorerst zum letzten Mal den zweigeschossigen Tiefbunker für den letzten Stasi-Chef Erich Mielke bei Biesenthal (Barnim) erkunden. Er sollte der DDR-Staatssicherheit als Führungsstelle im Kriegsfall dienen. Mehr als 100 Besucher kamen zu den Führungen von Brandenburgs "Bunker-Papst" Paul Bergner.

Das Bunkerareal gehöre heute einer Recyclingfirma, sagte Bergner der Nachrichtenagentur dpa. Seit 2005 habe er mehrere Hundert Besucher durch Mielkes Unterwelt geführt. Mit dem Unternehmen gebe es bisher keine klare Absprache, ob und wie es weitergehen könnte. "Bisher gehe ich davon aus, dass es keine weiteren Touren durch den Bunker geben wird", sagte Bergner.

Der Atombunker ist ein monolithisches Schutzbauwerk der Schutzklasse D. Es wurde aus einem Betonguss gefertigt und wurde aufgrund von Baumängeln erst Ende 1988 fertiggestellt. Die Gesamtbaukosten für das "Objekt 17/5005" einschließlich der Unterkunftszone mit dem Stabsgebäude, Fahrzeuggaragen und den Dienstgebäuden betrugen damals etwa 120 Millionen DDR-Mark. Nach der Wende wurde der Mielke-Bunker verschlossen; neun Jahre später brachen Diebe dort ein und räumten das Gebäude teilweise aus. In den Jahren nach der Wiedervereinigung 1990 hatte es viele Ideen für den Komplex gegeben - realisiert wurde keine.

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