zur Navigation springen
Der Prignitzer

24. November 2017 | 18:05 Uhr

Mehrzahl der Kinder kann schwimmen

vom

svz.de von
erstellt am 21.Aug.2012 | 06:40 Uhr

Prignitz | Sommerzeit - Schwimmbadzeit: Vor kurzem sorgten Informationen der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft e. V. (DLRG) für Aufruhr. Am Ende der vierten Klasse soll demnach die Hälfte der Kinder nicht sicher schwimmen können. Überdies hatte die DLRG für ihre Jahresstatistik 2011 im August vergangenen Jahres eine Emnid-Umfrage in Auftrag gegeben. Mit deren Hilfe sollten die Schwimmfähigkeiten in der Gesamtbevölkerung herauskristallisiert werden. Hintergrund waren die gestiegenen Ertrinkungszahlen in Deutschland. Der Anteil der Nichtschwimmer und schlechten Schwimmer in der Bevölkerung beläuft sich demzufolge auf 23,3 Prozent, nahezu ein Viertel der Befragten ist also im Wasser hilflos oder kaum in der Lage, sich selbst zu retten. Untersucht wurde auch die Schwimmfähigkeit der jüngeren Kinder. Das Resultat: Der durchschnittliche Anteil der Kinder, die schwimmen können, liegt gerade bei 66,1 Prozent. Das heißt, zwei Drittel der Generation im schulpflichtigen Alter (bis 18 Jahre) kann schwimmen, ein Drittel jedoch nicht.

Sieht die Situation in der Prignitz ähnlich prekär aus? Das wollten wir vom zuständigen Schulrat Dietmar Menzel sowie vom Berater für Schulsport, Frank Dannehl, wissen. Beide zeichnen ein deutlich positiveres Bild für die Region als es die Bundesstatistik vermuten lässt. "Ich bin eigentlich mit dem Stand noch zufrieden und positiv überrascht, dass der größte Teil der Schüler schwimmen kann", berichtet Frank Dannehl, der zum Ende des vergangenen Schuljahres mit den Schülern der 7. und 8. Klassen der Pritzwalker Oberschule im Schwimmlager war - rund 180 Kinder absolvierten es innerhalb von vier Tagen. 95 Prozent der 13- bis 14-Jährigen, so Dannehl, sei schwimmfähig. Auch von seinen Kollegen der anderen weiterführenden Schulen im Landkreis habe er kein anders lautendes Feedback. "Der Anteil der Schwimmer ist bei uns relativ hoch. Das mag auch an einer gewissen Tradition liegen, die das Schwimmen und das Schwimmenlernen in der Prignitz haben", bekräftigt auch Dietmar Menzel.

Frank Dannehl räumt unterdessen ein, dass die Qualität des Schwimmens schlechter geworden sei. "Früher haben wir da doch mehr am Stil arbeiten können, beispielsweise die Schere beim Brustschwimmen ausgemerzt." Das wiederum liege daran, dass es immer weniger versierte Sportpädagogen mit einer entsprechenden fachlichen Ausbildung gäbe, die sich im Grundschulalter dann auch um Einzelne kümmern könnten. "Ich kann also die Negativ-Aussagen in der Statistik für unseren Bereich entkräften - muss aber auch sagen: Schechter dürfen wir nicht werden", macht Frank Dannehl deutlich.

Daten zur Schwimmfähigkeit von Schülern laufen in der Landesregierung zusammen. Detaillierte, prozentuale Rückschlüsse habe das Staatliche Schulamt in Perleberg zwar nicht, wie Dietmar Menzel vermerkt, aber es gebe einen interessanten Landestrend. Und der ist, was die Fünftklässler betrifft, positiv: Lag der Anteil der Nichtschwimmer 2006 in dieser Altersgruppe in Brandenburg bei 10,2 Prozent, so sank er 2010/11 auf nur noch 5,5 Prozent. Das Problem wurde also offenkundig schon vor Jahren erkannt, und der Trend deckt sich mit den Erkenntnissen in der Prignitz.

Nicht konform geht Frank Dannehl übrigens mit der häufig von Experten geäußerten Forderung, das Schwimmen schon sehr viel früher zu erlernen, möglichst bereits im Vorschulalter. "Zwischen zehn und zwölf Jahren liegt das beste motorische Lernalter", meint der erfahrene Sportlehrer und Trainer. Insofern sei der obligatorische Schwimmunterricht in der 3. Jahrgangsstufe in Brandenburg richtig angesiedelt.

Verbesserungsmöglichkeiten, so Dannehl, gebe es in der Förderung des Schwimmens natürlich immer. Was den rein sportlichen Aspekt angeht, so setzt man das bereits in Kürze in die Tat um. "Seit zirka zehn Jahren schreiben wir Schwimmen erstmals wieder als Wettbewerb bei Jugend trainiert für Olympia im Bereich der Grundschulen aus. Die Wettkämpfe finden im Januar statt", so der Fachberater - dem als echtem Sportfan natürlich auch das Abschneiden der deutschen Olympiateilnehmer bei den Schwimmwettkämpfen in London zu denken gab.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen