Allendeschule Wittenberge : Mehrheit gegen neuen Schulnamen

Knapp mit drei zu zwei Stimmen votierte der Hauptausschuss für das Beibehalten der Allende-Schule

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25. November 2015, 17:40 Uhr

Geht es nach der Mehrheit der Hauptausschussmitglieder, dann heißt die Grundschule „Dr. Salvador Allende“ auch weiterhin so. Zwei Abgeordnete votierten auf der Sitzung am Dienstagabend dafür, die Bildungseinrichtung in Elblandgrundschule umzubenennen, drei Abgeordnete stimmten dagegen. Drei Ausschussmitglieder enthielten sich der Stimme.

Damit fiel die Abstimmung ähnlich knapp aus wie vor wenigen Tagen im Sozialausschuss. Allerdings mit umgekehrtem Vorzeichen: Zwei Mitglieder hatten sich in jenem Gremium für eine Namensänderung ausgesprochen, ein Mitglied dagegen. Vier Sozialausschussmitglieder hatten sich der Stimme enthalten. Die SPD-Fraktion hätte ihre Entscheidungsfindung noch nicht abgeschlossen, hatte Fraktionschef Marcel Elverich begründet. Diesen Grund nannte Elverich auch am Dienstagabend im Hauptausschuss für die erneute Enthaltung der SPD-Mitglieder.

Den Vorschlag, die Allende-Schule in Elblandgrundschule umzubenennen, unterbreitete deren Schulkonferenz. Rektor Torsten Grabau erhielt im Hauptausschuss die Möglichkeit, das näher zu erläutern: Es habe vor dem Hintergrund des Umbaus und des anstehenden 40. Schulgeburtstages seitens der Eltern den Wunsch gegeben, die Schule anders zu nennen. 67 Namensvorschläge wurden unterbreitet. Die drei Meistgenannten kamen zur Abstimmung: 81 Prozent gab es für die Elblandgrundschule, 13 Prozent für die Allende-Schule und sechs Prozent für eine Salomon-Herz-Schule.


Heimatverbundenheit versus Politik?


Grabau beteuerte, die Schule haben nichts gegen Dr. Allende und wolle keine politische Diskussion. Gründe, die aus Sicht der Schulkonferenz für Elblandgrundschule sprechen, seien die Identifikationsmöglichkeiten, die sich für die Kinder mit der Heimat, der Stadt und der Elbe ergebe.

Für die Umbenennung sprachen sich in der anschließenden Debatte Bürgermeister Dr. Oliver Hermann und Hans-Joachim Lüttschwager (CDU) aus. Lüttschwager sagte: „Wenn die Mehrheit der Lehrer, Eltern und Schüler das wünscht, wollen wir dem nicht im Wege stehen.“

Für den Bürgermeister ist wichtig, „dass nichts gegen den Namen Elbtalgrundschule spricht“. Damit sei das Urteil der Schule für ihn ausschlaggebend.

Anders Lutz Dieckmann von der UBG: Für ihn gibt es keinen Grund, „etwas so Etabliertes zu ändern“. In Bezug auf Dr. Allende, der als demokratischer Präsident für seine Überzeugungen bis zu seinem Tod eingestanden hätte, meinte Dieckmann, dass derartige Dinge auch Grundschülern zu vermitteln seien. In einer ihrer Begründungen für die Namensänderung hatten die Schulvertreter nämlich formuliert: „Zum Namen Dr. Salvador Allende haben unsere Grundschulkinder keinen Bezug, und das Wissen dazu ist in diesem Alter schwer vermittelbar.“ Im Sozialausschuss hatte Konrad Phillips, für die UBG als berufener Bürger tätig, in Bezug auf dieses Argument „von einem pädagogischen Armutszeugnis“ gesprochen.

Wolfgang Strutz (Linke) lehnt den Namenswechsel ab, wie er im Hauptausschuss sagte, weil dahinter eine Entpolitisierung stehe. Politische Bildung sei aber bedeutsam, damit Kinder sich in der Welt orientieren können.

Die endgültige Entscheidung, wie die Schule heißen wird, trifft die Stadtverordnetenversammlung am nächsten Mittwoch.  

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