Innenstadt Wittenberge : Mehr Platz für Handel

Die verlängerte Bahnstraße wird unter touristischem Gesichtspunkt in den zentralen Versorgungsbereich mit einbezogen.
Die verlängerte Bahnstraße wird unter touristischem Gesichtspunkt in den zentralen Versorgungsbereich mit einbezogen.

Abgeordnete wollen zentralen Versorgungsbereich vergrößern

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21. März 2018, 12:00 Uhr

Für den Großteil der Prignitz-Galerie finden sich trotz vielfacher und vielfältiger Bemühungen derzeit keine neuen Mieter. Das Gelände der ehemaligen Fruchthalle am Bahnhof gehört (noch) nicht zum eigentlich geplanten zentralen Versorgungsbereich in der Innenstadt, was dort beispielsweise die Ansiedlung eines Supermarktes als Vollversorger ausschließen würde. Auch andere Bereiche, wie die westliche Perleberger Straße, gehören nicht zu dem derzeit ins Auge gefassten zentralen Versorgungsbereich, was die Ansiedlung bestimmter Händler bzw. Sortimente wie Schuhe, Blumen, Bücher unmöglich macht.

Das soll nicht so bleiben. Die Stadtverordneten wollen angesichts der insgesamt ernsten Einzelhandelslage in der Innenstadt eine Anpassung des von ihnen vor zwei Jahren beschlossenen Nahversorgungskonzeptes vornehmen. Auf einer Sondersitzung machten die Mitglieder des Hauptausschusses einstimmig den Weg dafür frei. Damit kann das Stadtparlament am 2. Mai darüber final abstimmen.

Drei wichtige Veränderungen haben die Abgeordneten damit auf den Weg gebracht:

Der zentrale Versorgungsbereich, in dem künftig bestimmte Sortimente bei Neuansiedlung nur noch gehandelt werden dürfen, wird um das Gelände der ehemaligen Fruchthalle am Eingang zum Bahnhof, um die westliche Gebäudezeile der Perleberger Straße und die nördliche Gebäudezeile der Karl-Marx-Straße erweitert.

Verzichten wollen die Stadtverordneten jetzt mit der Anpassung ihres Beschlusses auf eine weitere Sortimentsbegrenzung für Teilbereiche innerhalb dieses Versorgungsbereiches.

Außerdem wollen sie den Bereich der verlängerten Bahnstraße zwischen Totengang und Wasserkante für tourismusnahe zentrenrelevante Sortimente öffnen.


Chancen und Risiken

Eine intensive Für- und Wider-Debatte gab es zu diesen Veränderungsvorschlägen im Ausschuss nicht, denn „alle anderen Optionen sind aufgebraucht, die Beschlussvorlage fasst hervorragend zusammen, was wir bisher zu dem Thema diskutiert haben und worauf es jetzt ankommt“, formulierte Marcel Elverich (SPD) als Vorsitzender des Bau- und Wirtschaftsförderausschusses. Einig sind sich die Ausschussmitglieder, dass die Anpassungen Chancen und Risiken zugleich bergen, wie Bürgermeister Oliver Hermann als Chef des Hauptausschusses formulierte.

Eine Entwicklung am ehemaligen Fruchthallenstandort beim Bahnhof ergibt nach Hermanns Worten die Möglichkeit, ein starkes Gegengewicht zu den Außenmärkten zu etablieren. Die Hoffnung: Dort entwickelt sich ein innerstädtischer Konkurrenzstandort mit positiven Auswirkungen auf den Einzelhandel dort. Für eine zügige Entwicklung will die Stadt für das ehemalige Hallengelände und angrenzende Bereiche zwischen Bahn- und Karlstraße jetzt ein Interessenbekundungsverfahren auf den Weg bringen.

Mit der Ausdehnung des zentralen Versorgungsbereiches auf die westliche Perleberger Straße stehen großflächigere Standorte als bisher zur Verfügung, auf denen mit zentrumsrelevanten Sortimenten gehandelt werden darf. Insgesamt, so die Erklärung des Bürgermeisters, schaffe die Stadt mit der Anpassung die Voraussetzungen für ein höheres qualitatives und quantitatives Flächenangebot.

Die Grenzlockerung des zentralen Versorgungsbereiches birgt auch Risiken, die Hermann und Bauamtsleiter Martin Hahn in der Ausschusssitzung darlegten. Wenn nämlich am Rand des zentralen Versorgungsbereiches Flächen zur Verfügung stehen oder neu entstehen, könne das durchaus zu einer Verlagerung von Geschäften aus der Bahnstraße dorthin führen, zumal wenn die Verkehrsanbindung stimmt. Und noch ein weiterer Aspekt kommt hinzu: Die Ansiedlung oder auch Erweiterung von Fachmärkten quasi am Rand des zentralen Versorgungsbereiches verstärkt die Konkurrenz. Die Folge könnten Umsatzeinbußen und Geschäftsaufgaben in der Bahnstraße sein.

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