Perleberger höchste Erhebung : Mehr Licht für Kuhschelle auf dem Weinberg

Aufgemacht wurde auch wieder die Sichtachse zur Stadt. Übrigens, dieser Vierbeiner streift seit Tagen auf dem Weinberg  rum.
Aufgemacht wurde auch wieder die Sichtachse zur Stadt. Übrigens, dieser Vierbeiner streift seit Tagen auf dem Weinberg rum.

Leser beobachtete Holztransport und wandte sich besorgt an den „Prignitzer“

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27. März 2014, 08:00 Uhr

Die Forst rangiert mit schwerem Gerät auf dem Weinberg ohne Rücksicht auf Verluste. Ein Opfer die Kuhschelle – berichtet unser Leser Horst-Dieter Zaplo, der das Treiben nicht nur nicht versteht, sondern auch alles andere als gutheißt. Denn schließlich habe man viel Arbeit investiert, um diese als gefährdet registrierte Pflanze hier wieder zu regenieren.

Stadtförster Stefan Koepp versteht den Unmut durchaus, kann aber sofort Entwarnung geben. „Alles hat seine Richtigkeit.“

Seit 2007 wird im Zusammenwirken von Landesumweltamt, unterer Naturschutzbehörde, Landesforstverwaltung über Maßnahmen des CJD der Kuhschelle wieder Lebensraum geschaffen. Die liebt den mergelhaften Kies, den trockenen Magerrasen, der kaum andere Vegetation zulässt, und sie liebt vor allem das Licht. Die einstigen Kiestagebaue am Weinberg waren so ein Eldorado für die hellviolett blühende Pflanze. „Dass sie immer noch auf dem Weinberg blüht, ist schon etwas Besonderes, dass aber hier die Gemeine Kuhschelle und die Wiesenkuhschelle vorkommen ist eine absolute Rarität“, betont Stefan Koepp. Damit sie sich in ihrer voller Schönheit zwischen April und Mai entfalten kann, dafür sorgte die Forst. Der Kiefernbestand auf der Groß Buchholzer Seite wurde 2011 ausgelichtet, um ein Ausdunkeln der Pflanze zu verhindern, wie der Fachmann sagt. Das Ergebnis: Bereits totgeglaubte Pflanzen besiedeln wieder die Oberfläche, sofern die Lebensbedingungen stimmen. Der Grund dafür: Sie haben Pfahlwurzeln, die bis in eine Tiefe von über einem Metern reichen, um an das Nass zu gelangen, erläutert Stefan Koepp. Heute habe man hier wieder einen Bestand von rund 60 Exemplaren.

Gleiches hat man nun Ende des vergangenen Jahres auch auf der der Stadt zugewandten Seite des Weinberges getan, der Kiefernbestand wurde hier systematisch durchforstet, das Holz in sogenannten Holzpoldern bis zum Abtransport gelagert. Und der erfolgte bzw. erfolgt nun, aber nur über Waldwege. „Es wurde nicht in den Bestand gefahren“, betonte der Stadtförster, der sich an Ort und Stelle gemeinsam mit Antje Hartwig vom Umweltamt der Stadt davon auch ein Bild machte. Für ihn ist es nur eine Frage der Zeit, dass auch hier die Kuhschelle wieder ihre Blütenpracht entfaltet, „denn da ist sie, wir können sie nur noch nicht sehen“.

Der private Waldbesitzer habe zudem auch den Jungbestand hier durchforsten lassen und in diesem Zuge auch die alte Sichtachse vom Weinberg in die Stadt aufgemacht. „Bei klarem Himmel kann man von hieraus sogar Havelberg sehen“, so Stefan Koepp.


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