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Der Prignitzer

23. November 2017 | 03:03 Uhr

Pfarrhaus-Museum : Mehr Know-how im Pfarrhaus

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Sechs Experten wurden gestern in wissenschaftlichen Fachbeirat berufen, um Museum in Blüthen weiter zu entwickeln

von
erstellt am 21.Okt.2014 | 08:00 Uhr

Der Zeitpunkt, an dem der Kirchenkreis Prignitz einen wissenschaftlichen Fachbeirat für die Betreuung des Museums Pfarrhaus Blüthen einberuft, ist nicht zufällig gewählt. „Das ganze Projekt hat inzwischen einen Reifegrad erreicht, an dem es Zeit ist, es auf noch solidere Füße zu stellen“, sagte Superintendent Oliver Günther gestern, nachdem er das Gremium vorgestellt hatte. Künftig werden Dr. Bernd Krebs von der evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Stefan Beier vom Museum Zisterzienserkloster Lehnin, Dr. Jochen Birkenmeier von der Stiftung Lutherhaus Eisenach, Landesgeschichtsexperte Dr. Felix Escher, Dr. Mario Müller von der TU Chemnitz und Prof. Michael Domsgen, Theologe der Universität Halle-Wittenberg, den Fortgang des Projektes mit ihrer Fachexpertise kritisch begleiten.

„Seit 2009 betreuen wir das Pfarrhaus, haben das Konzept für die Ausstellung entwickelt und erste Schritte zur Gestaltung umgesetzt“, sagt Prof. Harald Schwillus von der Uni Halle-Wittenberg. „Der Fachbeirat soll diese Arbeit aus der Sicht externer Experten unterstützen, damit wir uns nicht verzetteln und mit dem Projekt in eine Sackgasse laufen.“

Tatsächlich ist der Zeitplan, den sich der Gemeindekirchenrat unter Ulrich Wolf, der das Projekt Landpfarrhaus einst aus der Taufe gehoben hat, und die Universität Halle gesteckt haben, sportlich. „Bis 2017, dem Lutherjahr, soll das Konzept für das Pfarrhaus vollständig umgesetzt und ein geregelter Museumsbetrieb möglich sein“, so Schwillus.

Ziel ist dabei, das Pfarrhaus in seiner Funktion als geistliches und und organisatorisches Zentrum eines Dorfes lebendig werden zu lassen. „Man soll hier nicht nur Lesen und sehen, sondern erleben können, was einst im Pfarrhaus geschah“, sagt Kunsthistorikerin Uta Siebrecht, die gemeinsam mit Schwillus das Konzept erarbeitet hat. Inzwischen seien zwei von fünf Räumen museal weitgehend fertig gestaltet. Weiterhin sieht das Konzept vor, perspektivisch das Stallgebäude als Eingangsbereich zu nutzen und auch die beiden Gärten ins Ensemble einzubinden. „Zeigen, wie im Pfarrhaus gelebt wurde, das ist das Ziel“, so Siebrecht.

Vor allem in Bezug auf die Vermarktungsstrategien kann der Fachbeirat künftig wichtige Impulse liefern, sind seine Mitglieder doch bestens Vernetzt in der Szene und kennen sich mit PR für solche Museen gut aus. „Das Pfarrhaus ist in dieser gut erhaltenen Form nahezu einmalig in Deutschland, das gilt es herauszustellen“, so Stefan Beier. Dr. Jochen Birkheimer sieht vor allem Potenzial in der Vernetzung mit anderen Institutionen, die sich ebenfalls mit der Pfarrgeschichte auseinandersetzen.

Dass die Bedeutung des Pfarrhauses inzwischen weit über die Grenzen der Prignitz hinaus Beachtung findet zeigt die Tatsache, dass Brandenburgs Kulturministerin Dr. Sabin Kunst und Bischof Dr. Markus Dröge die Schirmherrschaft über das Projekt übernommen haben. So nahm sich die Ministerin gestern persönlich Zeit, um sich vor Ort zu informieren.

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