Gäste beim THW in Cumlosen : Mehr Hauptamt fürs Ehrenamt

Birka Eschrich führt die CDU-Bundestagsabgeordneten Thorsten Frei, Philipp Amthor und Sebastian Steinecke (v.l.n.r.) durch die Technikhalle.
Birka Eschrich führt die CDU-Bundestagsabgeordneten Thorsten Frei, Philipp Amthor und Sebastian Steinecke (v.l.n.r.) durch die Technikhalle.

CDU-Bundestagsabgeordnete informieren sich über Wittenberger Ortsverband des Technischen Hilfswerkes.

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14. Juni 2019, 20:00 Uhr

Als die drei CDU-Bundestagsabgeordneten – Thorsten Frei, Sebastian Steinecke und Philipp Amthor – das THW-Gelände in Cumlosen wieder verlassen, steht für sie eins fest: Die aktuelle Situation erfordert hauptamtliche Unterstützung. Dies wollen sie mit nach Berlin nehmen und im Innenausschuss des Bundestages thematisieren, damit es so schnell wie möglich realisiert werden könne.

Die ortsbeauftragte des Technischen Hilfswerks (THW) Wittenberge, Birka Eschrich, begrüßt die Gäste aus Berlin auf dem Gelände der alten Zollstation in Cumlosen. Gemeinsam mit ihrem Stellvertreter, Frank Eisenhuth, führt sie die drei Bundespolitiker über das Gelände. Diese können sich so vor Ort ein Bild über die Ausstattung und die Arbeit der freiwilligen Helfer in der Prignitz machen.

So erfahren Frei, Steinecke und Amthor, dass der Wittenberger Ortsverband ständig mit Unterbesetzung zu kämpfen habe. „Jede Bergungstruppe besteht in der Regel aus 12 Helfern und 12 Reservehelfern, bei der Fachgruppe Wassergefahren sind es 18 Helfer und 18 Reservehelfer. Zurzeit haben wir 24 aktive Helfer“, sagt Birka Eschrich und verweist somit auf das Hauptproblem. Noch in den 1990er Jahren hatte der Ortsverband 80 bis 90 Helfer. Damals sei es möglich gewesen, den Wehrdienst zu umgehen, wenn man sich freiwillig sieben Jahre beim THW verpflichtet. „Mit der Abschaffung der Wehrpflicht blieben viele von heute auf morgen zuhause.“

Dennoch könnten aktuell wieder mehr junge Leute für das Technische Hilfswerk begeistert werden. „Das Interesse wächst“, so Eschrich. Dabei verweist sie mit Stolz auf die Jugendgruppe, der gegenwärtig elf Jungen und Mädchen angehören. „Ein Jugendlicher ist vollständig ausgebildet und kann nun bei den aktiven Helfern mitmachen. Ein weiterer macht schon die eine oder andere technische Ausbildung bei den Erwachsenen mit, um an den aktiven Einsatz herangeführt zu werden.“

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Thorsten Frey, fragt nach dem Frauenanteil im Wittenberger Ortsverband. „Bei den Erwachsenen sind es drei“, berichtet Birka Eschrich. „Bei der Jugend sind fünf Mädchen dabei.“ Weibliche Ortsbeauftragte gäbe es jedoch nur zwei oder drei im Landesverband. „Und sie machen das alles ohne hauptamtliche Kräfte?“, fragt Frei. „Nein, wir machen alles im Ehrenamt“, erwidert Eschrich. Das beeindruckt den CDU-Politiker aus Baden-Württemberg. Dennoch sind er und seinen Bundestagskollegen sich einig, dass das Ehrenamt hier hauptamtliche Unterstützung benötige. „Uns würde ja schon eine halbe Hausmeisterstelle ausreichen“, so die Wittenbergerin. Dabei verweist sie auf ältere Helfer, „die hier ab und an nach dem Rechten sehen und sich um verschiedene Dinge kümmern“. Hier bestehe auf alle Fälle Handlungsbedarf. „Das Thema greifen wir auf, nehmen es mit nach Berlin und in den verantwortlichen Innenausschuss“, verspricht Thorsten Frei. Philipp Amthor, der ebenfalls Mitglied in diesem Gremium ist, wird ihn dabei unterstützen.

Birka Eschrich zeigt sich zufrieden mit dem Besuch der Bundestagsabgeordneten. „Es ist gut, dass sich unsere Politiker für das THW und seine Arbeit interessieren“, sagt sie. Durch dieses Interesse konnte schon viel bei der technischen Ausstattung erreicht werden. Und so können wir sie auch immer wieder für unsere Arbeit sensibilisieren.“

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