zur Navigation springen

Wirtschaft in Wittenberge : Mehr Einkaufsspaß auf dem Markt

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Interessenring will zusätzliche Händler gewinnen / Das bringt auch mehr Geld in WIR-Kasse / Stadt stellt Förderung in Aussicht

Jüstel Meinhard ist auf dem Wochenmarkt der Apfelmann. Sein Obst ist beliebt. Wer an seinem Stand kauft, muss schon mal ein paar Warteminuten einplanen. Trotzdem hat der Mann aus Werben entschieden, künftig nur noch freitags auf den Wittenberger Markt zu kommen. Mittwochs wird er seine Äpfel auf dem Rathenower Markt anbietet. Er wolle sich neue Kundschaft erschließen, sagt Meinhard, als der „Prignitzer“ ihn nach dem Warum fragt.

Wie der Werbener Obsthändler haben in der letzten Zeit auch andere Standbetreiber dem Wittenberger Wochenmarkt den Rücken gekehrt. Die Kundschaft spürt es an der abnehmenden Attraktivität des Angebots, der Interessenring WIR in seiner Kasse und hat deshalb mit finanziellen Problemen zu kämpfen. Denn neben den Mitgliedsbeiträgen sind die Standgebühren das zweite Einnahmestandbein für den Verein. Aus den Einnahmen heraus muss der WIR neben Sonderausgaben für Events wie beispielsweise beim Moonlightshopping seine Geschäftsstelle mit Mitarbeiterin finanzieren. „Ohne funktionierende Geschäftsstelle kann unser Verein nicht arbeiten“, sagt klipp und klar dessen Vorsitzender Thomas Schneider, denn der WIR lebt ansonsten ausschließlich vom ehrenamtlichen Engagement seiner Mitglieder und des Vorstandes.

Wie kann und wie soll es also weitergehen? Genau das beschäftigte jene WIR-Mitglieder, die am Donnerstagabend zur Mitgliederversammlung kamen. Chef Schneider machte keinen Hehl daraus, dass er sich durchaus eine größere Beteiligung gewünscht hätte.

Die gute Botschaft an diesem Abend kam von Bürgermeister. Dr. Oliver Hermann – er ist auch Vereinsmitglied. Er informierte, „dass wir als Stadt über ein Innenstadtentwicklungsprogramm für einen begrenzten Zeitraum bis Ende 2017 die Finanzierung der WIR-Geschäftsstelle fördern können.“ Die Kommune würde den Eigenanteil übernehmen. Noch ist es eine Möglichkeit, denn die Abgeordneten haben nicht abschließend entschieden. Stimmen sie zu, „kann ab Juli die Geschäftsstelle mit einer neuen Mitarbeiterin wieder in der über Jahre praktizierten Form besetzt werden“, stellt WIR-Chef Schneider in Aussicht. In der Geschäftsstelle laufen sämtliche organisatorischen Fäden der WIR-Aktivitäten zusammen.

Das Stadtoberhaupt sagte aber auch eindeutig, dass in dem Vertrag mit dem WIR über die Förderung „Zielstellungen formuliert werden“. Denn: „Wir brauchen für die Innenstadt einen Neuanfang. Mit der Förderung verknüpfen wir Erwartungen. Wir sind aber selbstverständlich auch bereit zu unterstützen“, versicherte Hermann. Wichtig ist ihm, das machte er sehr eindeutig klar, das Miteinander von Händlern und Kommune für eine vitale Innenstadt. Eine Position, die der WIR uneingeschränkt teilt, so Thomas Schneider. Erste Ideen, wie sich eventuell neue Händler für den Wochenmarkt gewinnen lassen, wie er attraktiver werden kann, zu Events in der Innenstadt, entwickelte die Mitgliederversammlung bereits am Donnerstagabend.

Dabei baut sie auch auf die guten Erfahrungen auf, die der WIR mit seiner Veranstaltung Frühlingserwachen Anfang April machte. Die Innenstadt war an jenem Sonntagnachmittag rappelvoll.

 

zur Startseite

von
erstellt am 21.Mai.2016 | 15:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen