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Der Prignitzer

11. Dezember 2017 | 23:58 Uhr

Mehr als Mühlen-Nostalgie

vom

svz.de von
erstellt am 24.Mai.2010 | 06:35 Uhr

Dannenwalde | Das Wasserrad der Beeke-Mühle in Dannenwalde wird erst seit 2002 wieder von der Beeke angetrieben. Zuvor stand es viele Jahre still, war am Ende sogar gänzlich verschwunden. "Damals produzierte die Mühle noch, wurde aber durch Elektromotoren angetrieben", erklärt Ute Martens den Besuchern am gestrigen Deutschen Mühlentag in Dannenwalde.

1438 wurde die Mühle in Dannenwalde das erst Mal urkundlich erwähnt. Der letzte Müller hier am Ort war August Zädow, der die Mühle 1936 übernahm. Während der Wirren des zweiten Weltkrieges wurde das Wasserrad der Mühle zerstört. 1990 verkaufte die Gemeinde Dannenwalde die Mühle an die Familie Martens, die über fünf Jahre brauchte, um alles zu sanieren und hier ein kleines Lokal sowie sechs Doppelzimmer für Besucher der Region einzurichten. Dabei wurde darauf geachtet, die alte Mühlentechnik zu erhalten und in die Gasträume zu integrieren. "Der Mühlenverein Berlin-Brandenburg hat uns sehr geholfen. Wir haben alles, was wir fanden, zusammengetragen und ein Müller aus Marzahn hat das dann geordnet und an seinen Platz gebracht", erzählt Ute Martens. Erst vor acht Jahren konnte sich das Mühlenrad nach vielen Verhandlungen mit den Wasserbehörden und Gesprächen mit den Menschen im Ort, die Angst vor feuchten Häusern hatten, wenn wieder Wasser für die Mühle angestaut wird, wieder drehen.

"Viele sprechen ja immer von der klappernden Mühle am rauschenden Bach. Wenn das Mühlrad klappert, ist es allerdings auch bald kaputt. Was da wirklich klappert, sind die Siebe, die aus dem gemahlenen Korn das Mehl absieben und alles Grobe wieder zu den Mühlsteinen befördern", erklärt Ute Martens ihren Besuchern.Die staunen nicht schlecht, wenn im Obergeschoss der Mühle ein großer Motor zahlreiche Riemscheiben antreibt und sich alles dreht und surrt. "Da konnten unsere Kindern viel rechnen, wie groß die Scheiben sein müssen, um bestimmte Geschwindigkeiten an Sieben und Schaufelband zu erreichen. Denn die Geschwindigkeit des Motors musste für die Mühle übersetzt werden", so Ute Martens.

Das Mühlenrad dreht sich, treibt aber keinen Mühlstein mehr an. Hier wird Strom erzeugt. Gleichstrom, der verwendet wird, um für die Mühle warmes Wasser zu erzeugen, das in den Übernachtungszimmern ebenso verwendet wird wie für die Heizung des Gebäudes. "Ohne den Hotelbetrieb könnten wir die Mühle, in der heute kein Korn mehr vermahlen wird, nicht halten", macht die Müllerin aus Dannenwalde deutlich.

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