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Der Prignitzer

18. Dezember 2017 | 04:32 Uhr

Mehr als ein Markt in der Dorfmitte

vom

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erstellt am 06.Dez.2012 | 09:41 Uhr

Brunow | Zwischen Kleeste und Platschow verläuft die Landesgrenze, endet Brandenburg, beginnt Mecklenburg-Vorpommern. Zu DDR-Zeiten gehörte diese Region zum Altkreis Perleberg, wurden die Ländereien rings um Brunow von der LPG Pflanzenproduktion Berge bewirtschaftet. Mit der Wende änderte sich das. Nicht aber der Arbeitsort für Helge Dieckmann und andere Prignitzer. Der Berger ist heute Vorsitzender der Agrargenossenschaft Brunow. Doch auch darüber hinaus verbindet ihn viel mit diesem Ort. Denn Dieckmann engagiert sich nicht nur als Gemeindevertreter in Berge für den Erhalt ländlicher Strukturen. Er tut das auch in Brunow, und das gemeinsam mit der dortigen Gemeindeverwaltung.

Und so kann am 8. Dezember um 10 Uhr der Brunower Bauernmarkt ganz offiziell wieder eröffnet werden. Denn der kleine Laden, den die Agrargenossenschaft seit 2005 betreibt, nachdem ein paar Monate zuvor Spar ausgezogen, das Geschäft verwaist war, hat sich im wahrsten Sinne des Wortes heraus gemacht. Möglich wurde das durch ein ganz spezielles Förderprogramm des Landes Mecklenburg-Vorpommern mit dem Namen "Demographische Dorfmitte". Brunow bewarb sich und kam in den Fördergenuss von immerhin 100 000 Euro. "Insgesamt waren es nur vier Gemeinden in Mecklenburg, die in das Programm aufgenommen wurden", berichtet Dieckmann nicht ohne Stolz. Das Haus, in dem sich der Bauernmarkt befindet, gehört der Gemeinde, die Agrargenossenschaft hat sich hier eingemietet. Gemeinsam wurde nun um- und ausgebaut, modernisiert, das Warenangebot erweitert. "Wobei wir großen Wert auf regionale Produkte legen", betont Dieckmann. So gibt es nicht nur Futtermittel, sondern auch Fleisch- und Wurstwaren aus eigener Produktion, arbeitet die Agrargenossenschaft dafür mit einem Fleischer zusammen. In Verhandlungen ist sie derzeit mit einer kleinen privaten Molkerei, um künftig von dort Joghurt, Butter und Milch zu beziehen. "Das ist wirklich richtige Frischmilch ohne irgendwelche Zusatzstoffe", betont Dieckmann. Für so manches Schmankerl im Angebot sorgt der Brunower Landfrauenverein, beispielsweise mit selbstgestrickten Schafwollsocken für kalte Wintertage.

Eine kleine Sitzecke lädt zum Verweilen ein. Und wer möchte, kann auch gleich einen kleinen Imbiss einnehmen, denn Dank der neuen Küchenausrüstung kann Ute Kolbe nicht nur Bockwurst heiß machen. Die Muggerkuhlerin ist die gute Seele des Geschäftes, arbeitet seit der Eröffnung 2005 hier, weiß, was die Kunden sich wünschen. Dementsprechend hat sie auch das Angebot Stück für Stück erweitert, erledigt sie seit 2010 auch die Postgeschäfte.

Doch nicht nur im Bauernladen hat sich viel getan. Der Hof wurde gepflastert, so dass jetzt eine bessere Zufahrt gegeben ist für die Abholung von Futtermitteln. Im Sommer sollen hier auch Tische und Stühle zum Verweilen einladen. Ausgehoben wurde bereits Erde für einen kleinen Teich und auch ein Kinderspielplatz soll entstehen, zählt Dieckmann auf. Ende Juni 2013 soll alles fertig sein.

Und der Vorsitzende der Agrargenossenschaft hat auch schon weitere Vorstellungen. Denn das Haus, in dem sich der Bauernladen befindet, hat ein Obergeschoss. "Hier könnten Pensionswohnungen entstehen", blickt Dieckmann in die Zukunft. Der Bedarf für günstige Unterkünfte sei da, weiß Ute Kolbe, schließlich liegt Brunow auf dem Weg zum Elefantendorf Platschow, ist es nicht weit bis zu den Ruhner Bergen oder zum Skulpturenpark in Pampin.

Aber das ist noch Zukunftsmusik. Jetzt wird erst einmal der Bauernmarkt neu eröffnet. Der Termin am Sonnabend ist bewusst gewählt, denn am gleichen Tag lädt die Agrargenossenschaft von 11 bis 17 Uhr zu ihrem schon 7. Brunower Weihnachtsmarkt auf ihr Betriebsgelände ein mit Glühwein, Markttreiben, traditioneller Hausschlachtung, Technikausstellung und vielem mehr. Zum Ausklang am späten Nachmittag, so verspricht Dieckmann, gibt es für die Besucher wieder eine Überraschung.

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