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Schlosspark Gadow : Mausoleum spaltet Lanzer Gemeindevertretung

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Befürworter argumentieren für Bestandssicherung des Denkmals / Andere verweisen auf wichtigere Projekte

von
erstellt am 05.Sep.2014 | 12:00 Uhr

Gespalten sind die Meinungen der Lanzer Gemeindevertreter, wenn es um die geplante Innensanierung des Mausoleums im Gadower Schlosspark geht. Während die einen für die Bestandssicherung des gemeindeeigenen Einzeldenkmals plädieren, verweisen andere auf die angespannte Haushaltssituation der Gemeinde. Bereits 1996 nahmen die Lanzer viel Geld in die Hand und setzten die Hülle des Grabmals wieder in Stand.

Rund 103 000 Euro sind nun für die Sanierung des Innenbereichs veranschlagt. Für die Instandsetzung des Wand- und Deckenputzes sowie für die Wiederherstellung des Natursteinfußbodens hofft die Gemeinde unter anderem auf finanzielle Mittel aus der Sparkassenstiftung und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Für die Gemeinde wurde ein Eigenanteil von 15 500 Euro kalkuliert. „Mit Spenden und Eigenleistungen können wir den Betrag eventuell noch senken, so dass für uns ein Restbetrag von 3 000 Euro bleibt“, ist Bürgermeister Hans Borchert, der sich seit vielen Jahren für den Erhalt historischer Gebäude in seinem Amtsgebiet engagiert, optimistisch.

Die Förderanträge zur Bereitstellung von Mitteln entsprechend des Finanzierungsplans und der fachlichen Koordinierung seien gestellt, das notwendige Gutachten im Auftrag des Bürgermeisters erarbeitet.

Das wiederum konnte Friedrich Kerstens nicht nachvollziehen. „Wann haben wir beschlossen, dass so ein Gutachten erstellt wird“, kritisierte er den Alleingang, zumal „das Gutachten ja wohl nicht umsonst sei“, die Gemeindevertreter bei Aufwendungen über 600 Euro aber zuvor einen Beschluss fassen müssen.


Mehrheit spricht sich
für die Sanierung aus


„Das Gutachten war notwendig. Ohne bekommen wir keine Fördermittel, das ist doch logisch. Und die Anträge mussten gestellt werden, die Termine waren vorgegeben“, verteidigte Borchert sein Vorgehen. Friedrich Kerstens sieht in der weiteren Sanierung des Mausoleums jedoch keinen Nutzen für die Gemeinde. „Wir haben im kommenden Jahr viele Kosten, die wir zu tragen haben, so dass wir uns von diesem Projekt vorerst distanzieren sollten“, meinte das Gemeinderatsmitglied angesichts der geplanten Ausgaben, unter anderem für die Sanierung des Sanitärbereichs in der Grundschule für mehrere 10 000 Euro.

Zudem bedarf auch eine Sanitäreinrichtung in der Kindertagestätte dringend einer Modernisierung. Kerstens Antrag, die Maximalausgaben für die Bestandssicherung des Mausoleums auf 3 000 Euro zu begrenzen, wurde abgelehnt. Letztendlich entschieden sich die Lanzer Gemeindevertreter mehrheitlich dafür, die Kosten für die Sanierung des Grabmals in den Haushalt 2015 einzustellen.

Das 13 mal 13 Meter große Mausoleum im Stil eines griechischen Tempels wurde 1816 nach Plänen des königlichen Bauinspektors Sachs von der Berliner Bauakademie erbaut. Hier fand der berühmte Generalfeldmarschalls Wichard Joachim Heinrich von Moellendorff (1724 – 1816) seine letzte Ruhestätte.

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