Marion-Etten-Theater : Marionetten öffneten ihre Bühne

Der 10-jährige Paul aus Seewalde probiert sich als Marionetten-Spieler.
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Der 10-jährige Paul aus Seewalde probiert sich als Marionetten-Spieler.

Zum Tag des offenen Ateliers gaben Claudia und Hans Serner aus Lindenberg Einblicke in ihre Arbeit mit den beliebten Theaterpuppen.

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07. Mai 2017, 12:31 Uhr

Zahlreiche Ateliers öffneten am vergangenen Wochenende ihre Türen, so auch das Marion-Etten-Theater von Claudia und Hans Serner. In einem alten Schweinestall, den die beiden Puppenspieler zu ihrer Probebühne umgebaut haben, waren einige der 150 Marionetten zu sehen, die sie in den Jahren seit 1994 gebaut und gespielt haben. Die Besucher konnten auch einen Blick in eine Fotomappe werfen, in der Auftragsmarionetten abgebildet waren. „Wir bekommen ein Foto, und danach fertigen wir die Marionetten“, erzählt Hans Serner. Der erste Auftraggeber war der örtliche Zahnarzt Dr. Ingo Frahm.

Die Welt der Marionetten fasziniert Groß und Klein, wie die Besucher am Sonnabend immer wieder beweisen. Sobald die Tür zur Probebühne aufgeht, und die Gäste die Puppen erblicken, sieht man staunende Augen und hört immer wieder: „Sieh mal da!“ Die Kinder nehmen gleich Besitz von den Marionetten fassen sie an und wollen sie selbst führen. Dafür hat das Puppenspielerehepaar einige Puppen bereits auf einen extra Ständer gehängt. Und so kann auch der zehnjährige Paul aus Seewalde sich als Nachwuchspuppenspieler ausprobieren. Besonders hat es ihm der Ritter angetan. Eine kurze Anleitung vom Profi und Paul führt die Figur über die Bühne. Nachdem er und die anderen Gäste sich ebenfalls im Führen der Marionetten ausprobiert haben, präsentieren Hans und Claudia Serner einige ihrer Marionetten und bringen die Zuschauer zum Lachen und Staunen. Da ist der rotbefrackte Fred Fuchs, der virtuos auf der Geige spielen kann oder der lispelnde Franz Frosch, der voller Hingabe den Friedrich-Hollaender-Schlager „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ singt. Wie von Hans Serner zu erfahren war, hatten die beiden mit dem Frosch ein Casting-Video gedreht, es eingereicht und „tatsächlich eine hoch offizielle Ablehnung erhalten“. Zum Lachen brachte er die Zuschauer auch mit dem stets betrunkenen John McDuff, der dem Publikum zeigte, warum die Schotten früher so erfolgreich waren. Sie hatten ihre Schwerter geschluckt, und holten sie dann rechtzeitig wieder raus.

Nachdem noch die Ballerina getanzt hatte, war zu erfahren, dass diese Puppe zur Inszenierung von Strawinskys „Petruschka“ gehört. Das Stück nach dem Ballett hatten sie mit den Berliner Philharmonikern im Rahmen eines Projektes vor 1000 Zuschauern und 80 Musikschülern und zehn Profimusikern aufgeführt. Die Musik haben sie auf Konserve und würden das Stück gern an Schulen aufführen. „Doch leider besteht bei den Lehrern kein Interesse“, so Hans Serner.

Wer genug gesehen und gespielt hatte, der konnte sich selbst eine einfache Marionette basteln. Aus Moosgummi, Astwerk und Zwirn gestalteten kleine und große Besucher ihre individuelle Schmetterlingsmarionette.

Nach dem Tag des offenen Ateliers gastiert das Lindenberger Marion-Etten-Theater wieder an verschiedenen Orten und arbeitet weiter an verschiedenen Projekten in Vorbereitung auf das Fontane-Jahr 2019, wo sie auch wieder in Ribbeck sein werden.

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