Groß Pankow : Marco Radloff tritt Dienst an

Der neue Verwaltungschef an seinem Arbeitsplatz im Groß Pankower Rathaus.
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Der neue Verwaltungschef an seinem Arbeitsplatz im Groß Pankower Rathaus.

Neuer Bürgermeister der Gemeinde Groß Pankow (Prignitz) hat aktuelle Probleme auf der Tagesordnung und will mehr Bürgernähe präsentieren

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30. August 2016, 12:00 Uhr

Der Arbeitsweg von Marco Radloff hat sich ab sofort deutlich verkürzt. Als neuer Bürgermeister in der Gemeinde Groß Pankow (Prignitz) trat er jetzt seinen Dienst an. Der in Groß Pankow lebende Verwaltungsfachangestellte (41) war zuvor in der Amtsverwaltung in Meyenburg im Bereich Steuern beschäftigt.

Nachdem er am 17. April die Stichwahl gegen den amtierenden Bürgermeister Thomas Brandt für sich entscheiden konnte, hat er nun für die Amtsgeschäfte den Hut auf. Ein außerordentlich wichtiges und zudem höchst aktuelles Thema auf seiner Agenda bleibe der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) in den kleinen Dörfern in der Gemeinde, ebenso aber auch die geplante Deponie in der früheren Kiesgrube Luggendorf, wie er in einem Gespräch mit dem „Prignitzer“ verdeutlichte. „Was Letzteres angeht, wird es in den nächsten Tagen erneut umfangreiche Gespräche geben – mit Einwohnern, Anliegern und den potenziellen Betreibern“, so Radloff.

Im Groß Pankower Ortsteil Luggendorf ist die Errichtung einer Bauschuttdeponie geplant. Dafür soll die mittlerweile stillgelegte Kiesgrube genutzt werden. Gegen diese Pläne regt sich seit Längerem heftiger Widerstand. Anwohner befürchten einen massiven Wertverlust ihrer Grundstücke, die Zerstörung der Natur, Lärmbelastungen durch stark erhöhtes Lkw-Aufkommen und Gefahren für Kinder.

Für Oktober plant die Gemeinde ein Bürgerfest für die ehrenamtlich Tätigen. „Das soll ein wenig Anerkennung sein und richtet sich an die aktiven Leute in den Feuerwehren, den Ortsbeiräten und in den zahlreichen Vereinen“, so der neue Bürgermeister. Getreu seinem Wahlprogramm will er auch mehr Bürgernähe auf den Weg bringen. „Das heißt zum Beispiel, dass Ausschusssitzungen nicht nur in Groß Pankow stattfinden, sondern auch in den Orten, die als wichtiger Punkt behandelt werden, sofern wir dort die Möglichkeit haben, einen Gemeinderaum oder Ähnliches zu nutzen. Die Bürger, die von den Problemen berührt werden, sollen auch die Möglichkeit haben, auf kurzem Wege an den Sitzungen teilzunehmen.“

Das Gleiche solle nach Möglichkeit mit den Sitzungen der Gemeindevertretung geschehen. „Und ich will gern wieder Bürgermeistersprechstunden in den Ortsteilen einführen. Auch gerade durch den veränderten ÖPNV haben viele Bürger nicht mehr so ohne Weiteres die Möglichkeit, die Verwaltung zu erreichen. Da möchte ich ihnen entgegenkommen und Gespräche direkt vor Ort anbieten“, blickt Marco Radloff voraus.

Eines seiner Wahlversprechen, die kostenlose Betreuung der Kinder in den Kitas, werde wohl nicht realisierbar sein, schränkte Radloff ein. Denn der Landkreis arbeite zurzeit an der Modifizierung der Zuzahlungen und Staffelungen der Bemessungsgrenzen für die Kitabeiträge. „Ich bleibe da natürlich am Ball, aber nach derzeitigem Stand der Dinge würden der Kommune etwa 50 000 Euro fehlen, wenn man die Kitabetreuung kostenlos für die Eltern gestalten möchte.“

Marco Radloff (parteilos; Wählergemeinschaft Groß Pankow-Luggendorf) hatte die Stichwahl im April gegen den langjährigen Amtsinhaber Thomas Brandt (parteilos; Einzelbewerber) mit 54,7 zu 45,3 Prozent recht deutlich gewonnen. Der Wechsel auf dem Bürgermeisterstuhl wurde am 24. August vollzogen.

 
 

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